Aktuelles

Grafik oben: Fotomontage des Ulrichskirchenportals auf dem Ulrichplatz

Wir veröffentlichen an dieser Stelle seit unserer Vereinsgründung im Jahr 2007 alle Neuigkeiten zur Magdeburger Ulrichskirche im Sinne eines offenen demokratischen Meinungsaustausches. Zur Demokratie gehört auch, die Rechtslage zu kennen und zu respektieren. Laut kommunaler Gesetzgebung in Sachsen-Anhalt hatte das Ergebnis des ablehnenden Bürgerentscheids mit der Fragestellung "Sind Sie gegen den Wiederaufbau der Ulrichskirche?" vom 11. März 2011 zwei Jahre Bestand. Seit März 2013 - also seit nunmehr neun Jahren - können wieder Ratsbeschlüsse zum Thema Ulrichskirche gefasst werden. Das ist auch die gesetzliche Grundlage, auf der unsere Vereinsarbeit beruht.

Aktuell möchten wir auf folgende Ratsbeschlüsse hinweisen: Der Magdeburger Stadtrat hatte unseren Vorschlag, das oben dargestellte Portal der Ulrichskirche am originalen Standort zu errichten, am 23. Februar 2017 mit 27 zu 23 Stimmen abgelehnt. In der folgenden Pressediskussion ergab eine (nicht repäsentative) Umfrage am 13. November 2017 jedoch, dass 59 Prozent von 7130 Lesern der Magdeburger Volksstimme den Portalaufbau befürworteten. Am 11. Oktober 2021 lehnte der Magdeburger Stadtrat dann mit 21 zu 20 Stimmen ebenfalls Suchgrabungen nach den Fundamenten der Ulrichskirche ab, obwohl auch hieran ein großes Interesse der Bürgerschaft, des Stadtplanungsamtes und der Archäologen bestand. Auch der Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper stimmte dagegen. Unser Förderverein hätte die Suchgrabungen sogar auf eigene Kosten vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie auf einem kleinen, baumlosen Areal auf dem Ulrichplatz durchführen lassen, das danach wieder zuzuschütten wäre. In der Stadtratssitzung am 24. Februar 2022 stellte die Fraktion DIE LINKE dann den Antrag A0029/22 "Resolution Ulrichplatz", der unserem Verein ein für alle Mal verbieten wollte, baulich in irgendeiner Form an die Ulrichskirche zu erinnern: "1. Der Stadtrat bekennt sich weiterhin klar zum deutlichen Ergebnis des Bürger:innenentscheides zur Ulrichskirche aus dem Jahr 2011. 2. Der Stadtrat bekennt sich ausdrücklich zum Erhalt der Grünfläche und wird auch in Zukunft allen Versuchen, diese Grünfläche zu verkleinern, entgegenwirken." Es folgten Beratungen in vier Ausschüssen und ein Änderungsantrag: "2. Der Stadtrat bekennt sich  ausdrücklich zum Erhalt der Grünfläche, schließt aber eine zukünftige Gestaltung dieser nicht aus." (A0029/22/1). Der Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE René Hempel zog dann auf der Stadtratssitzung am 01. September 2022 den Antrag A0029/22 Resolution Ulrichplatz mit folgender Erklärung zurück: "Da die Resolution - das haben die Diskussionen in den Ausschüssen gezeigt - keine rechtliche Bindung hat, ziehen wir den Antrag hiermit zurück." Zwischenrufer empörten sich daraufhin, dass durch den Antrag und dessen Diskussion in vier Ausschüssen Zeit vernichtet wurde. Der 1. stellv. Vorsitzende des Stadtrats Herr Norman Belas (SPD) schloß mit der Bemerkung, dass durch das Zurückziehen des Antrags dem Stadtrat eine lange Debatte erspart wurde. Jens Rösler (SPD) erklärte abschliessend, es wäre völlig sinnlos gewesen, diesen Antrag überhaupt zu stellen und eine Frechheit der Fraktion DIE LINKE, ihn dann wieder zurückzuziehen.

Bei der Magdeburger Ulrichskirche handelt es sich wohlgemerkt um die Tauf-, Heirats- und Gemeindekirche Otto von Guerickes, des größten Sohnes der Stadt Magdeburg. Des Weiteren ist die Ulrichskirche ein historisch bedeutendes Symbol für die Freundschaft zwischen Ulrich von Augsburg und Otto dem Großen (Schlacht auf dem Lechfeld 955, "Geburt der deutschen Nation"). Beide Ottos machen Magdeburg in seiner seit 2010 laufenden Kampagne erst zur Ottostadt. Auf der Webseite der Stadt Magdeburg heißt es dazu: "Der erste römisch-deutsche Kaiser Otto der Große und der Erfinder und Diplomat Otto von Guericke haben die Geschichte und Geschicke unserer Stadt maßgeblich geprägt und sie weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Noch heute verleihen sie - und die vielen anderen großen Männer und Frauen unserer Stadtgeschichte - der Elbestadt ein unverwechselbares Gesicht und machen neugierig auf eine moderne Stadt im Herzen Deutschlands und in der Mitte Europas." (Quelle: https://www.magdeburg.de/Start/B%C3%BCrger-Stadt/Stadt/Ottostadt/).

Wir werden uns weiterhin dafür engagieren, diesen unverständlichen Widerspruch zwischen Stadtmarketingkampagne "Ottostadt Magdeburg" und Stadtratsentscheidungen aufzulösen und bleiben neugierig. Unser herzlicher Dank gilt allen Stadträten, die bei beiden oben genannten Abstimmungen für die Anträge gestimmt haben. 

Der Vorstand des Kuratoriums Ulrichskirche e.V.