Vorbilder für die Finanzierung der Ulrichskirche

Am Anfang und am Ende einer solchen Diskussion stehen natürlich immer die Kosten. Ein unabhängiges Architekturbüro aus Hannover hatte eine voraussichtliche Gesamtbausumme von ca. 17-20 Millionen Euro berechnet, die sich bei Berücksichtigung traditioneller Bauverfahren auf 25 bis 30 Millionen Euro steigern kann. Die Magdeburger Ulrichskirche ist von der Architektur her recht einfach aufgebaut: Hallenkirche mit 3 Schiffen und 5 Jochen, Chor, Sakristei, Treppenturm, südlich angefügter Kapelle und zwei Westtürmen.

Beispiel 1: Frauenkirche Dresden
Die Ulrichskirche ist keineswegs mit der kostspieligen Kuppelarchitektur der barocken Dresdener Frauenkirche zu vergleichen, welche weit mehr als 180 Millionen Euro gekostet hat. Der Großteil der Baukosten der Frauenkirche wurde durch private Spenden aus aller Welt finanziert, Einzelspenden bis zu 3 Millionen Euro (Privatperson aus Hamburg!) wurden verzeichnet. Jedoch fand die Rekonstruktion der Frauenkirche ebenfalls finanzielle Unterstützung durch die Stadt Dresden, den Freistaat Sachsen und den Bund. Die Dresdener Bank steuerte über Stifterbriefe einige Millionen bei. Auch heute noch, also nach bereits erfolgter Fertigstellung der Frauenkirche, gehen täglich weitere Spenden ein. (Quelle: Internetseite der Dresdener Frauenkirche)

Beispiel 2: Berliner Stadtschloss
Ein weiteres interessantes Beispiel ist das Berliner Stadtschloss, welches ca. 552 Millionen Euro kosten soll. Dieses wird aufgrund eines Parlamentarierbeschlusses des Deutschen Bundestages mit ca. 480 Millionen Euro unterstützt, die fehlenden 80 Millionen Euro sollen durch private Spenden zusammengetragen werden. Bauminister Tiefensee: "Der Zeitplan ist ehrgeizig. Wir möchten 2010 mit dem Bau beginnen und 2013 fertig sein...Bundesfinanzminister Peer Steinbrück steht unserem konzentrierten Entwurf positiv gegenüber. Abgeordnete signalisierten mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind...Wir rechnen mit 480 Millionen Euro, die zum größten Teil der Bund finanzieren wird...Und wir erwarten neben dem Grundstück einen Millionenbetrag vom Land Berlin...Es ist denkbar, eine Summe von 50 Millionen Euro vorzufinanzieren, damit der Bau zügig realisiert werden kann...Ich habe bereits die Zusage des Regierenden Bürgermeisters, mit den Koalitionspartner Linkspartei noch einmal darüber zu sprechen, ob sich das Land nicht doch finanziell engagiert." (Quelle: "Der Tagesspiegel" vom 27. Januar 2007). Der Förderverein Berliner Schloss e.V. hat ohne öffentliche Unterstützung bereits 13,9 Millionen an Spenden und verbindlichen Zusagen sammeln können und hat nun auch noch die politische Zusage der Förderung des Wiederaufbaus durch den Bund. (Quelle: Berliner Extrablatt, 6/2007)

Beispiel 3: Garnisonkirche Potsdam
"In Postdam und Brandenburg ist der Wiederaufbau der Garnisonkirche sozusagen Chefsache: Neben Privatleuten reihten sich auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der evangelische Bischof Wolfgang Huber unter die Befürworter. Innenminister Schönbohm (CDU) wird mit den Worten zitiert: Das Projekt hat nationale Bedeutung mit internationaler Wirkung. Darauf setzt auch der Vorsitzende der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisionkirche (FWG), Johann-Peter Bauer...Ende 2007 soll eine Stiftung gegründet werden. Damit gebe es dann eine offizielle Bauherrin...Das von der evangelischen Kirche und der Landesregierung bereitgestellte Stiftungskapital liege bei rund einer halben Million Euro. Die Stadt Potsdam wolle der Stiftung das Baugrundstück unentgeltlich überlassen...Die Kosten für den Wiederaufbau werden auf 65 Millionen Euro veranschlagt...Die Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel hatte nach der Wende 5,7 Millionen Euro für den Wiederaufbau gesammelt."  (Quelle: Magdeburger Volksstimme vom 15. September 2007)

Beispiel 4: Hamburger Elbphilharmonie
Ein wahres Musterbeispiel für eine gut organisierte, private Spendensammlung ist die freie Hansestadt Hamburg. Die Elbmetropole hat für ihr neuestes Wahrzeichen, die Hamburger Elbphilharmonie innerhalb von neun Monaten bereits 64 Millionen Euro als private Spenden geworben! Das Bauwerk soll 241 Millionen Euro kosten. Hierbei handelt es sich um den Überbau eines alten Kaispeichers. Die groß angelegte Spendenkampagne "Hamburg baut ein Wahrzeichen" wurde bereits mit einem Preis (Effie-Gold) ausgezeichnet.

Diese Beispiele zeigen: Wo ein Wille, da ein Weg! Zuwendungen und Spender gilt es auch für Magdeburg zu mobilisieren!  Dass es sie gibt, daran besteht kein Zweifel. Sie müssen nur gefunden werden, vielleicht auch in Amerika...in den Vereinigten Staaten, in Kanada...Ohne die Ulrichskirche hätten die reformatorischen Gedanken und Ideen Martin Luthers Europa und Amerika vielleicht nie erreicht. Sie war die "Verteilerstation" reformatorischer Schriften. Die großen evangelischen Kirchen Amerikas stehen damit in ihrer Tradition. Natürlich sind 25-30 Millionen Euro eine riesige Summe, dennoch nur ca. 1/6 der Baukosten der Frauenkirche! Auf lange Sicht also durchaus machbar für eine traditionsreiche deutsche Landeshauptstadt. In Dresden, Berlin, Potsdam und Hamburg hat sich die Politik klar pro positioniert. Wir hoffen sehr, dass dies auch in Magdeburg bald der Fall sein wird. Die nationale und internationale Resonanz auf solch ein Vorhaben würden die Kosten deutlich relativieren. Schon nach kurzer Zeit wird sich der Aufwand rechnen, groß wird der zu erwartende Tourismus sein. Eine Imageverbesserung der Stadt wird die Folge sein. Mit Phantasie wie in Dresden und Hamburg ist auch in Magdeburg eine Finanzierung der Ulrichskirche möglich. So wie Albert Einstein es formuliert hat: "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."

 
 
 
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Zitat des Monats

"Aber woher sollten das die Wähler wissen? Hätten sie es gewusst und anders abgestimmt, wäre Magdeburg jetzt jährlich das Ziel von zigtausenden US-Touristen und 2025 sicher Kulturhauptstadt Europas." Siegfried Kolberg, Magdeburg

 
 
Das Buch über die Ulrichskirche