Die Unterkirche der Magdeburger Ulrichskirche:
Krypta, Fundamente und Grabkammern

Das Kuratorium Ulrichskirche e.V. empfiehlt eine baldige Freilegung der Unterkirche! Welche Stadt in Deutschland kann schon von sich behaupten, unter ihrem zentralsten Platz die Grüfte und Fundamente einer ottonischen Frühkirche liegen zu haben? Vielleicht haben diese ja die Qualität der oben dargestellten Memlebener Klosterkirche? Durch die Sichtbarmachung der Unterkirche von St.Ulrich und Levin können sich die Bürger doch erst ein Bild machen von den Ausmaßen und dem Standort der Bürgerkirche. Dies ist für eine objektive Meinungsbildung von essentieller Bedeutung und Grundvoraussetzungen für weitere politische Prozesse in der Ottostadt Magdeburg. 

Unter dem Kirchenschiff befanden sich der Heizungskeller und die Totengrüfte. Laut Archivunterlagen waren die gesamten Umfassungsmauern bis etwa 4 Meter tief unter die Erdoberfläche geführt und das gesamte Innere der Kirche unterkellert. Dieser Keller-Raum ist in eine Anzahl von Grüften aufgeteilt, die im einzelnen von einem Mittelgang aus zugänglich waren. Bei der Ermittlung des Rauminhaltes für den umbauten Raum des Kirchenschiffes sind im Kellergeschoß ein Heizkeller von 10x10m Grundfläche und 6 Gruftgewölbe von je 6x5m Grundfläche in Anrechnung gebracht. Eine Stellungnahme des Arbeitsschutzinspektors Ludwig vom 8. März 1956 weist auf eine Totengruft unter der Südseite des Chorraums hin: „Als leitender Ingenieur im Feuerungsbau erhielt ich im Jahre 1935 den Auftrag, eine Großraumheizung (Kori-Berlin) in der Ulrichskirche einzubauen. Bei der Ausführung der Heizungskanäle stießen wir an der zur Ulrichsstraße liegenden Seite auf eine Grabkammer von ca. 6,00 x 6,00 m sowie auf eine Kleinere von ca. 2,00 m x 2,00 m“. Aus dem Schreiben geht weiterhin hervor, dass die Gruft gewölbt war und eine Wandhöhe von 3,50 m hatte. Die Licht- und Belüftungsschächte waren am Außenbau des Chors sichtbar, so dass man nach der Bombardierung auf die in Regalen übereinander gestapelten Särge der Altvorderen sehen konnte.

Diese Fundamente liegen lt. Aussagen von Archäologen und Baufachleuten vermutlich direkt unter der Grünfläche des Ulrichplatzes. Nach ca. 30-50 cm Erdkrume sind diese bereits zu erwarten. Das Kuratorium Ulrichskirche e.V. plant daher, den Grundriss der Ulrichskirche mit Gehwegplatten und Eckmarkierungen darzustellen. Entsprechende Anträge wurden bereits gestellt. An einer kleinen Ecke soll eine Suchschachtung zeigen, in welcher Tiefe die Fundamente liegen und wie deren Zustand ist.

Geplante Grundrissdarstellung mit Gehwegplatten und Eckmarkierungen

Laut Thomas Weber vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt sind auch bei der Ulrichskirche ähnliche Befunde zu erwarten wie bei den Ausgrabungen vor dem Wiederaufbau der Johanniskirche, welche in einem Vortrag von Herrn Weber wie folgt dargestellt wurden:

Vortrag von Thomas Weber über die Ausgrabungen zur Magdeburger Johanniskirche

Grüfte und Krypta der Johanniskirche

Ausgegrabene Kellergewölbe

Gräber der Altvorderen innerhalb der Johanniskirche



Freigelegter Fussboden der Johanniskirche

In Magdeburg gibt es archäologisch sehr viel zu entdecken, wie auch die Magdeburger Volksstimme schreibt:

 
 
 
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Zitat des Monats

"Man braucht heute schon einiges an Phantasie, um sich vorzustellen, welch überragende Bedeutung Magdeburg einmal hatte, denn im Stadtbild finden sich dafür nur noch wenige Hinweise.“ (FAZ vom 3.4.2018)

 
 
Das Buch über die Ulrichskirche