Wiederaufbau innerhalb der Lutherdekade

Die Lutherdekade endet am 31. Oktober 2017, dem 500. Jahrestag der Reformation. Die durch Wolfgang Huber, Wolfgang Schäuble und Wolfgang Böhmer und den U.S.-amerikanischen Bischof Mark Hanson eröffnete Lutherdekade soll durch die Bundesregierung unterstützt werden. Das Logo zum 500. Jahrestag des Thesenanschlages von Martin Luther in Wittenberg ist von Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan Hendrik Olbertz und EKD-Beauftragtem Stephan Dorgerloh in Berlin vorgestellt worden. Damit soll lt. einer Sprecherin der Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt in den kommenden Jahren weltweit geworben werden. Das Reformationsjubiläum wird seit 1617 alle 100 Jahre begangen. Am 31. Oktober 2017 wird der 500. Jahrestag gefeiert, dann schaut die ganze Welt auf Sachsen-Anhalt. Von dieser weltweiten Aufmerksamkeit kann und muss auch Magdeburg profitieren. Als Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts ist sie auch die Landeshauptstadt von Luthers Land. Die zu erwartenden Touristenströme würden dann nicht nur nach Wittenberg und Eisleben sondern auch nach Magdeburg fließen. Schließlich ging Martin Luther in Magdeburg zur Schule, besuchte Gottesdienste in der Ulrichskirche und predigte in der Johanniskirche, vor der sein Denkmal steht. Luther machte seinen engsten Vertrauten von Amsdorf zum Ulrichskirchenpfarrer und dieser Magdeburg zur ersten der Reformation gewonnenen Großstadt der Erde. Die Ulrichskirche verbreitete Luthers reformatorisches Gedankengut in Form von Streitschriften über die ganze Welt, man nennt sie daher "Unseres Herrgotts Kanzlei"! In ihr entstand ein Stück Weltliteratur, die Magdeburger Centurien, die erste Kirchengeschichtsschreibung aus Sicht des Protestantismus.



Die Magdeburger Centurien wurden im Verlag Janos Stekovics neu aufgelegt 

Prof. Dr. Rudolf Schieffer, Präsident der Monumenta Germaniae Historica in München schreibt 2005 über die Bedeutung der Magdeburger Centurien: "Als 1819 die Monumenta Germaniae Historica mit dem Ziel gegründet wurden, die Schriftquellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters zu sichten und kritisch herauszugeben, traten sie in eine viel ältere Tradition der Quellenpublikation ein, die bis in die Anfänge des Buchdrucks zurückreicht. Im Zeitalter der Reformation, das Gutenbergs Erfindung bereits eifrig nutzte, stand die Aufspürung und gedruckte Verbreitung historischer Quellen vielfach im Kontext theologischer Auseinandersetzungen. Matthias Flacius Illyricus und die Magdeburger Centurien haben dabei im erfolgreichen Bemühen um kirchen- geschichtliche Dokumentation Maßstäbe gesetzt und auf der katholischen Gegenseite entsprechende Bemühungen im 17. und 18. Jahrhundert ausgelöst. Auf ihren Textfunden und Erstdrucken beruht bis heute ein wesentlicher Teil unserer Kenntnis des Mittelalters." Die Centurien sind online lesbar unter:

http://www.mgh-bibliothek.de/digilib/centuriae.htm

Des Weiteren finden Sie im Ausstellungskatalog von 2005 der Monumenta Germaniae Historica in München viele wichtige Informationen zu diesem Höhepunkt Magdeburger Literaturschaffens:

Ausstellungskatalog Magdeburger Centurien München 2005

Die Ulrichskirche ist daher eine Luthergedenkstätte von herausragender Bedeutung. Im Konkurrenzkampf der Städte um Aufmerksamkeit hat die Stadt Magdeburg mit dem Jubiläum im eigenen Lande eine große Chance. Es gilt daher, den alten, weltberühmten Namen der Stadt Magdeburg, Unseres Herrgotts Kanzlei, zu reaktivieren. Der Tourismus ist weltweit der wichtigste Wirtschaftszweig, nutzen wir also unsere Chance für Magdeburg! Weitere Informationen zu den Centurien unter:

http://www.hab.de/forschung/projekte/magdeburger_zenturien.htm

Der Vorstand des Kuratoriums Ulrichskirche e.V. hat sich an der Aktion der Landeshauptstadt "500 Apfelbäume für Magdeburg" anlässlich des 500. Reformationsjubiläums 2017 beteiligt und östlich der Johanniskirche einen Apfelbaum gepflanzt, getreu des Ausspruches von Martin Luther: "Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute mein Apfelbäumchen pflanzen."

 

Das Kuratorium Ulrichskirche e.V. pflanzte einen Lutherbaum für Magdeburg

 
 
 
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Zitat des Monats

"Man braucht heute schon einiges an Phantasie, um sich vorzustellen, welch überragende Bedeutung Magdeburg einmal hatte, denn im Stadtbild finden sich dafür nur noch wenige Hinweise.“ (FAZ vom 3.4.2018)

 
 
Das Buch über die Ulrichskirche