Aktuelles

59 Prozent wollen Ulrichskirchenportal in Magdeburg - An einer nicht repräsentativen Umfrage der Magdeburger Volksstimme nahmen bis zum 13.11.2017 insgesamt 7130 Leser teil. Die Mehrheit wünscht sich ein neues Ulrichskirchenportal in Magdeburg. Wir veröffentlichen an dieser Stelle alle aktuellen Entwicklungen zur Ulrichskirche und zum Portalwiederaufbau. Der Vorstand des Kuratoriums Ulrichskirche e.V.

 
18.10.18

Zwei Bände der Zenturien jetzt als Dauerleihgabe des Kuratoriums Ulrichskirche im OvG-Zentrum ausgestellt

Nun haben die beiden vom Kuratorium Ulrichskirche e.V. erworbenen Zenturien einen würdigen Ausstellungsplatz im Otto-von-Guericke-Zentrum in Magdeburg gefunden und können hier von der Öffentlichkeit besichtigt werden.



 

 
20.06.18

19:30 Uhr: Einfach weggesprengt - Die Zerstörung von Kirchen in der DDR (Vortrag und Diskussion)

Gastgeber: Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
Ort: Wallonerkirche Magdeburg, Neustädter Str. 8, 39104 Magdeburg

Quelle: https://de-de.facebook.com/events/464076364041753/

Fast 60 Kirchen mussten in der DDR dem sozialistischen Stadtumbau weichen. „Einfach weggesprengt“ lautet das Motto eines Vortrags- und Gesprächsabends am 20. Juni um 19.30 Uhr in Magdeburg, mit dem die Landeszentrale an die Zerstörung von Kirchen in der DDR erinnern will.
Zwischen 1947 und 1987 wurden in der sowjetisch besetzen Zone und in der DDR fast 60 Kirchengebäude auf Anordnung der SED-Führung gesprengt oder abgerissen. Die Stadt Magdeburg war in besonderer Weise davon betroffen. Auf staatliche Anweisung verschwanden allein hier neun der kriegsbeschädigten Kirchen aus dem Stadtbild – davon vier der sechs Hauptkirchen. Die Heilig-Geist-Kirche war sogar nach dem Krieg mit ausländischer Hilfe wieder aufgebaut und für die Gemeinde nutzbar gemacht worden. Trotzdem musste sie der Umgestaltung der Stadt weichen.
Im Rahmen ihres DDR-Geschichtsprojektes „Ermutigung – Lebenswelt, Repression und Widerstand in der DDR und Osteuropa nach 1945“ möchte die Landeszentrale dieses bislang wenig beachtete Thema bei dem Vortrag und Gespräch in der Wallonerkirche aufgreifen und einem breiteren Publikum vorstellen. Als Referenten konnten dazu Dr. Christian Halbrock, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bildung und Forschung beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Berlin, sowie der Architekt Michael Sußmann, langjähriger Kirchenoberbaurat in Magdeburg, gewonnen werden.

 
26.05.18

Vorstandssitzung

Vorstandssitzung des Kuratoriums Ulrichskirche e.V. zu aktuellen Themen.

 
25.04.18

Vor 50 Jahren wurde die Ruine der Potsdamer Garnisonkirche gesprengt. Nun wird sie wieder aufgebaut.

Die Magdeburger Volksstimme berichtet:

Der Potsdamer Turm-Streit

Vor 50 Jahren wurde auf Geheiß der DDR-Führung die Ruine der Potsdamer Garnisonkirche gesprengt. Nun wird sie wieder aufgebaut. Von Steffen Honig

Potsdam l Mit der Spendenaktion „Ein Baustein für die Frauenkirche“ hatte das ZDF einen erklecklichen Teil der mehr als 100 Millionen Euro an Spenden zur Neuerrichtung der Dresdner Frauenkirche beigetragen. Der größte Sandsteinbau der Welt war 2005 wiedereröffnet worden. Nun sammelt der Sender erneut: Diesmal für die Wiedererrichtung der Garnisonkirche in Potsdam, genauer für deren Turm und eine integrierte Kapelle. Eine Stiftung für den Wiederaufbau war 2008 gegründet worden.

Doch anders als bei der Frauenkirche, wo sich zum enthusiastischen Lokalpatriotismus der Dresdner deutschlandweite Begeisterung gesellte, stößt das Potsdamer Projekt schon in der Stadt selbst auf einen Widerstand, der bisweilen militante Formen annimmt.

Bei der Zeremonie zum Start der Bauarbeiten im Oktober 2017 – unter Polizeischutz vollzogen – stank es zum Himmel. Mehrere Stinkbomben waren auf das Gelände geworfen worden.

Es ist die Geschichte, die die Potsdamer Garnisonkirche bei ihren Gegnern für immer diskreditiert. Das Gotteshaus, nach einem Entwurf von Philipp Gerlach geschaffen, wurde 1735 fertiggestellt. Der 88,5 Meter hohe Bau war eine preußische Militärkirche.

Zur Zäsur wurde der 21. März 1933, der Tag von Potsdam. Knapp zwei Monate nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten schüttelten sich zur Eröffnung des kurz zuvor gewählten Reichstages Naziführer Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg vor der Garnisonkirche die Hände. Für die Parlamentseröffnung war wegen des durch Brand zerstörten Reichstages nach Potsdam ausgewichen worden. Militarismus und Faschismus schlossen vor aller Welt einen Bund, der Grundlage für Hitlers Kriegszüge war. Im April 1945, kurz vor Kriegsende wurde die Garnisonkirche bei einem anglo-amerikanischen Luftangriff schwer zerstört. Turm und Kirchenschiff brannten aus, die Mauern aber blieben intakt.

Bis 1968 die DDR zuschlug: Der Kirche, die durchaus hätte wieder aufgebaut werden können, machte Sprengstoff den Garaus. Paradox: Viele Potsdamer sahen dies damals mit ähnlicher Wut, wie manche ihre Nachfahren heute den Wiederaufbau.
Sprengung fiel aus üblichem SED-Rahmen

Nun ließ die SED ließ beim ihrem Feldzug gegen den christlichen Glauben zahlreiche Gotteshäuser sprengen: Etwa in Leipzig die Universitätskirche oder in Magdeburg Katharinenkirche und Ulrichskirche.

Doch die Garnisonkirche mit ihrer befleckten Historie stellt ein Sonderfall dar. In der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ war vor einiger Zeit zu lesen, es sei keineswegs ausgemacht, „dass es ein derart belasteter Bau nicht auch in der alten Bundesrepublik als unliebsamer Geschichtsballast entsorgt worden wäre. (...) In beiden deutschen Staaten wurden Bauten haftbar gemacht für das, was in ihnen stattgefunden hatte. Heutigen denkmalpflegerischen Standards entspricht das nicht. Wegen ihres Zeugniswertes und aufklärerischen Potenzials stehen gerade die unbequemen Baudenkmäler zumindest in Fachdebatten hoch im Kurs.“

Darauf verweisen auch die Spendensammler vom ZDF. „Die Potsdamer Garnisonkirche ist ein geschichtsträchtiger Bau von nationaler Bedeutung – mit teils belasteter Vergangenheit“, vermerkt der Sender im Internet. Dies ist der Tenor, mit dem die Bemühungen um die neue Garnisonkirche von den Wiederaufbau-Unterstützern begründet werden.

In der ersten Reihe steht dabei Günther Jauch. Der populäre Fernsehmann ist seit seiner Umsiedlung nach Potsdam zu einer Art Aufbau-Mäzen aufgestiegen. Mit viel Geld und produktiven Ideen hat sich Jauch um die Wiedererrichtung des friderizianischen Stadtschloss-

Ensembles verdient gemacht, heute Sitz des brandenburgischen Landtages. Potsdam, dessen zerstörtes Zentrum nach 1945 mit Zweckbauten zugepflastert worden war, hat wieder eine repräsentative Mitte. Für die Garnisonkirche hat Jauch 1,5 Millionen gegeben.

Die Liste der Prominenten, die zur Garnisonkirchen-Lobby gehören ist lang. Kuratoriumschef der Stiftung Altbischof Wolfgang Huber. Im den Gremium finden sich Brandenburgs früherer Ministerpräsident Manfred Stolpe, Ex-SPD-Vorsitzender Matthias Platzeck und Jörg Schönbohm, Ex-Innenminister Brandenburgs. Es geht noch eine Nummer höher: Zum Unterstützerkreis zählen auch die britische Königin Elizabeth II. und Kanzlerin Angela Merkel sowie ihr ehemaliger Stellvertreter Sigmar Gabriel.
Aus Fehlern der Vergangenheit lernern

Andere schon: Zu Jahresbeginn konnten die Förderer des Kirchen-Neubaus eine Mitstreiterin in ihrem Kreis begrüßen, die bisher nicht als Geschichtsinteressentin aufgefallen war: die frühere Eiskunstläuferin Katarina Witt. Die gebürtige Chemnitzerin sagt: „Mir ist die Aufarbeitung der Geschichte einfach wichtig. Je mehr man über die eigene Geschichte weiß, auch um die Fehler, die im eigenen Land passieren, desto besser kann man in die Zukunft gehen.“ Bei einer solch vereinfachten Sicht erübrigen sich lange Debatten.

Die Stiftung Garnisonkirche arbeitet die Geschichte auch auf: Sie will einen versöhnenden Bibelvers auf den Turm bringen. Im Sockel soll der Spruch „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ in fünf Sprachen gemeißelt werden.

Für Skeptiker und Gegner ist das nur ein Feigenblatt. Der christliche Widerstand hat sich seit 2014 in der Initiative „Christen bauchen keine Garnisonkirche“ gesammelt. Die mehreren hundert Unterzeichner wollen dem Eindruck entgegentreten, „alle Christinnen und Christen würden dem Vorhaben einhellig zustimmen.“

Die christliche Aufbau-Gegner – unter ihnen der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer – bezweifeln, dass die Kirche dem deklarierten Ziel eines „Versöhnungszentrums“ entsprechen kann.
Ministerin wollte Kirche zur Moschee machen

Sie führen die Argumente an, die auch der Historiker Manfred Gailus, Professor des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin gegen den Wiederaufbau anführt. Nämlich, dass die Garnisonkirchenstiftung bislang nicht angemessen mit der Geschichte der Garnisonkirche im Nationalsozialismus umgehe. Die Kirche habe in der NS-Zeit eine „fatale Rolle gespielt“, sagt er dem Evangelischen Pressedienst. „Gute historische Argumente für den Wiederaufbau der Garnsionkirche kann ich nicht erkennen.“

Nun denn, es wird inzwischen gebaut in der Potsdamer Innenstadt. Zunächst am Fundament. Darüber entstehen Basilika und Turm. Das Kirchenschiff soll – wenn überhaupt – später folgen.

Also rückt die Nutzung des Retro-Sakralbaus in den Mittelpunkt der Diskussion. Den skurrilste Vorschlag machte vor einem Jahr die brandenburgische Kulturministerin Martina Münch (SPD): Sie erklärte in einer Podiumsdiskission zum möglichen Standort einer Moschee in Potsdam. „Wir sollten auch nachdenken, wie wir das Kirchenschiff der Garnisonkirche nutzen – das kann auch eine Moschee sein.“ Kaum war jedoch die Idee in der Welt, wurde sie wieder abgeräumt. Der Turm-Streit wird die bis 2020 geplante Bauphase begleiten.

 
21.04.18

Wir gratulieren dem 1. FCM zum Aufstieg in die 2. Bundesliga!

Von Verein zu Verein in Magdeburg: Herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die 2. Bundesliga lieber 1. FC Magdeburg! Auch in unseren Reihen sind viele Fußballspieler und Fußballfans, die sich sehr über diesen großen Erfolg freuen. Darum sind auch unsere Vereinsfarben heute blau-weiß!

 
14.04.18

11. Mitgliederversammlung des Kuratoriums Ulrichskirche e.V.

Wir trafen uns am 14.4. zur elften Mitgliederversammlung, gaben den Rechenschaftsbericht über das vergangene Vereinsjahr ab, diskutierten die weiteren Schritte und wählten den Vorstand neu. Folgend ein paar fotografische Eindrücke:

        

 
05.04.18

Heute vor 62 Jahren: Sprengung der Magdeburger Ulrichskirche

Heute vor 62 Jahren wurde um 9 Uhr morgens die gut erhaltene Kriegsruine der Magdeburger Ulrichskirche gesprengt. Damit wurden 1000 Jahre Magdeburger Geschichte per Knopfdruck durch die Anordnung der Partei- und Staatsführung ausradiert. Wir gedenken am heutigen Tag daher besonders der stadtbildprägenden Ulrichskirche. Unser Verein arbeitet im 11. Vereinsjahr nun daran, zumindest das Portal als sichtbare Erinnerungsstätte am originalen Standort wieder zu errichten. Damit soll den Bürgern und Gästen der Stadt gezeigt werden, wo die Ulrichskirche denn eigentlich einmal stand und welche Bedeutung sie für das Stadtbild hatte. In einem aktuellen Artikel der FAZ vom 3.4.2018 unter dem Titel "Zwiesprache mit der Ewigkeit" über den Magdeburger Dom heißt es:

"Man braucht heute schon einiges an Phantasie, um sich vorzustellen, welch überragende Bedeutung Magdeburg einmal hatte, denn im Stadtbild finden sich dafür nur noch wenige Hinweise.“

Auf dem zentralsten Platz der Stadt finden sich überhaupt keine Hinweise auf die historische Bedeutung Magdeburgs. Dies ist traurig und bedauernswert, dies zu ändern, unser von Bürgersinn geprägter Antrieb. Die FAZ schreibt weiter:

„Es gibt kaum einen Ort in Deutschland, der in seiner Entwicklung einen solch strahlenden Aufstieg und einen derart tiefen Fall durchlebt hat wie Magdeburg. Im zehnten Jahrhundert von Otto dem Großen noch vor Köln, Mainz und Trier als ranghöchstes Erzbistum im deutschen Sprachraum durchgesetzt, wurde die Stadt an der Elbe nach Konstantinopel bald als das „Dritte Rom“ gepriesen. Später zählte sie zu den Speerspitzen der Reformation, um schließlich 1631 im mörderischsten Massaker des Dreißigjährigen Krieges unterzugehen. ´Magdeburgisieren´ wurde zum Synonym für totale Zerstörung…Außer dem Dom, dem romanischen Kloster sowie einigen Häusern unten am Fischerufer hat nichts die Katastrophe überstanden, die Zeitgenossen mit dem Untergang Trojas verglichen. Nur vierhundertfünfzig Menschen blieben in der Stadt zurück, und es dauerte bis ins neunzehnte Jahrhundert, ehe die einstige Bevölkerungszahl wieder erreicht war. Zu alter Macht und Größe fand Magdeburg nie wieder zurück…“

Schließen Sie sich uns an, helfen Sie mit, dass bedeutende Zeitzeugen der über 1200jährigen Magdeburger Geschichte wie die Magdeburger Ulrichskirche wieder das Tageslicht erblicken. Besuchen Sie auch unsere Internetseite www.ulrichskirchenportal.de

 
23.03.18

Exklusiv bei www.ulrichskirche.de: Die komplette Rede von Alt-OB Dr. Willi Polte vom 12.01.2018

Die Magdeburger Volksstimme berichtete:

Dr. Willi Polte - ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg, SPD-Mitglied und Mitglied im Kuratorium Ulrichskirche e.V.:

Rede und Dankesworte anlässlich des Empfanges im Magdeburger Rathaus am 12. Januar 2018 anlässlich seines 80. Geburtstages

„Das Leben eines Menschen lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden, sagt der dänische Philosoph Sören Kirkegaard. Ich erlaube mir, die heutige Gelegenheit zu nutzen, auf meine nunmehr  80 Lebensjahre zurück zu blicken, und über mein Tun und mein Nichttun zu reflektieren. Zu meinen 80-jährigen Leben gehören zwei radikale gesellschaftliche Umbrüche und Neuanfänge,

- der nach dem Krieg von 1945 und
- der nach unserer Friedlichen Revolution von 1989/1990.

Das hier heute dieser ehrenvolle Empfang stattfindet, hat allein mit meinem Tun und Engagement in der Zeit des Aufbruchs und Umbruchs von 1989/1990 und den dann folgenden Jahren zu tun. Warum aber habe ich mich mit heißen Herzen und großer Leidenschaft, und nicht ohne Risiko, letztlich mit relativ wenigen Mitstreitern, auf den Weg gemacht, unsere enge kleinbürgerliche Welt DDR in Frage zu stellen? In 20 Jahren wird es niemanden mehr geben, der noch vor dem II. Weltkrieg geboren wurde und als heran wachsendes Kind Krieg und Nachkriegszeit intensiv erlebt hat. Meine Worte richte ich deshalb vor allem an die Nachgeborenen.

Die Welt von gestern muss man aber kennen, um beim politischen Handeln von heute nicht einem verklärten Trugbild zu erliegen. Der 1939 von Nazi-Deutschland begonnene Krieg dominierte durch seine Eigengesetzlichkeit den Alltag jeder Familie. So sind auch all meine Erinnerungen als Vorschulkind und ab 1944 als Schulkind vor allem durch das Kriegsgeschehen und die unmittelbare Nachkriegszeit bestimmt worden. Die damals geführten Gespräche und Dispute der Erwachsenen waren einerseits  spannend und interessant, aber auch irgendwie irritierend und deprimierend für mich. Da war der Bauer Wilhelm Schütze in meinem Dorf, den die Nazis ins KZ verbracht hatten, ich merkte natürlich, KZ war etwas Bedrohliches. Der Grund: er hatte die als „Untermenschen“ bezeichneten und bei ihm in der Landwirtschaft beschäftigten Zwangsarbeiter zu menschlich behandelt. Ein Geschäftsfreund meines Vaters, Franz Herbst aus Burg, hatte zu laut über „den Strolch und Verbrecher Hitler“ gesprochen, wurde denunziert und schließlich in der Gestapo-Haft erschlagen. Am 7.Januar 1944 fiel mit 19 Jahren mein Cousin Kurt Wulfänger auf dem   so genannten „ Feld der Ehre“. Zwei Monate später ereilte seinem Vater, meinen Onkel Otto, das gleiche Schicksal, der Sohn in Russland der Vater in Belgien. Am 6. September 1944 fand mein Cousin Werner Haberland den sogenannten „Heldentod“ in Lettland. Das gleiche Schicksal ereilte die Väter von Spielkameraden aus der Nachbarschaft und bei der Einschulungsfeier 1944 wurden die meisten ABC-Schützen nur von ihren Müttern und Großeltern begleitet, denn die Väter waren im Krieg. Da waren aber auch die Soldaten, die auf Heimaturlaub kamen und über ihre schrecklichen Erlebnisse an der Front erzählten. Heute würde ich sagen: sie wollten sich ein Stück von der Last  und den  Bedrückungen eines Soldatenlebens an der Front befreien, gleichsam sich die schlimmen Erlebnisse von der Seele reden. Die verstärkten Bombenangriffe der Alliierten auf Deutschland führten zu Einquartierungen von Familien in  meinem Heimatdorf, sie kamen aus dem Rheinland, aus Berlin und aus Magdeburg. Die Bomben verschonten aber auch meinen Heimatort nicht.  Tragischerweise fiel eine Bombe genau auf das Haus in dem die 12-jährige Schülerin Evelin Voigt und ihre Mutter aus Berlin Zuflucht gesucht hatten und schließlich hier den Tod fanden, dem sie in Berlin entgehen wollten. Als am Abend des 16. Januar 1945 über die so genannten Feindsender „Beromünster bzw. BBC“ (übrigens wurde über Kopf und Radio eine Wolldecke gelegt, damit ein möglicher Lauscher am Fenster keine Anzeige machen konnte, denn so genannte Feindsender zu hören war streng verboten) ein vermutlicher Angriff auf Magdeburg  angekündigt wurde, zog die Familie in den extra im Garten gebauten Bunker und wartete ab. Nach einer Weile forderte mein Vater mein Mutter auf, doch mal aus dem Bunker heraus zu kommen. Also hüllte sie mich in eine Decke, nahm mich auf den Arm und kletterte wieder aus dem Bunker heraus. Mein Vater sagte erregt: „ Schaut doch mal am Himmel in Richtung Hohenwarthe: Und da sah man dann die so genannten Weihnachtsbäume über das Luftlinie gerechnet ca. 10 km  entfernte Magdeburg leuchten. Die Bomberflotte hatten die Leuchtkörper über die Stadt abgeworfen um sie zu erhellen und dann die Bombenlast zielgenauer abwerfen zu können. Dann folgten die dumpfen Explosionen der Bomben, die tausenden Mensch den Tod brachten und die Stadt nachhaltig zerstörten. Immer wenn ich am 16. Januar anlässlich der Gedenkstunde an die Zerstörung Magdeburgs auf dem Westfriedhof bin, steigt dieses Bild in mir auf. Da war es wahrlich ein Befreiung, als der Krieg endlich zu Ende war. Spürbar atmeten die Menschen auf und  es hieß: Nie wieder Krieg ! Nie wieder  Diktatur ! Natürlich hatte ich als heranwachsendes Kind nicht alles verstanden, was die Erwachsenen strittig oder einvernehmlich miteinander besprochen haben. Aber eines hatte sich tief  in meine kindliche Seele eingebrannt:

- Krieg ist etwas ganz  g a n z  Schlimmes
- Diktatur ist etwas ganz  g a n z  Böses

Und nun die große Hoffnung auf einen grundlegenden gesellschaftlichen Neubeginn. Den gab es auch, allerdings sehr unterschiedlich je nach dem in welcher Besatzungszone man lebte. Für den Bereich der „Sowjetisch-Besetzten-Zone (SBZ)“ war die Richtung der Entwicklung von vorn herein klar. Die so genannte „Gruppe  Ulbricht“ , aus dem sowjetischen Exil nach Deutschland zurückgekehrt, ging unter dem Schutz der sowjetischen Besatzungsmacht umgehend ans Werk, eine  s t a l i n i s t i s c h e   D i k t a t u r zu errichten. Schon die ersten Wahlen zeigten aber, dass dieses Ziel nicht  über den Weg von freien Wahlen zu erreichen war. So wurde die  Z w a n g s v e r e i n i g u n g  von SPD  und KPD  in der Sowjetischen Besatzungszone betrieben. Der SPD-Vorsitzende Kurt Schuhmacher lehnte diese Vereinigung mit der Begründung ab: die SPD soll nur als „Blutspender“  für die KPD dienen, um ihren absoluten Machtanspruch durchzusetzen. Genau so kam es dann auch. Mit dem  angestrebten Ziel, die SED zu einer Partei neuen T y p u s zu  entwickeln, wurden dann viele ehemaligen SPD - Mitglieder wegen ihrer bürgerlichen Herkunft und unter dem Vorwurf des  „S o z i a l d e m o k r a t i s m u s“ aus der zwangsvereinigten SED rausgeschmissen. Noch gut in Erinnerung habe ich die bittere Klage unseres Friseurs in Niegripp, Robert Gröpler, im Ohr, die er in seinen Salon über seinen Parteirausschmiss führte, weil er als ein Vertreter des Bürgertums galt. Eine Partei neuen Typus zu schaffen lautete die postulierte Aufgabe, kommunistische Kaderpartei im leninschen Sinne, Avantgarde des Proletariats, Demokratischer Zentralismus. Ziel: Diktatur des Proletariats. Später wurden alle anderen neu bzw. wieder gegründeten Parteien gleich geschaltet (CDU und LDPD, später DBD und NDPD). Ihre Existenz hatte zur Voraussetzung die Anerkennung der „führenden  Rolle der SED“, und so blieb es bis zum Ende der DDR. Schon damals setzte in den endvierziger Jahren ein steter Strom von Menschen ein, die gewiss aus sehr unterschiedlichen Gründen in den Westen gingen. Warum? Weil sie aus politischen Gründen verfolgt wurden, weil ihnen Bildungswege versperrt wurden, denn das politisch vorgegebenen Ziel lautete: „Brechen des bürgerlichen Bildungsmonopols“ (sowohl meine Schwester als auch ich haben das erfahren müssen) - weil sie von Haus und Hof quasi vertrieben wurden im Zuge der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft- weil ihre Betriebe und Unternehmen auf unterschiedlichen Wegen enteignet wurden. - weil sie sich politisch nicht entmündigen lassen wollten- weil ihnen Freiheits- und Bürgerechte verwehrt wurden und viele andere Gründe. Drei Millionen Menschen sollen bis zum Mauerbau 1961 vom Osten in den Westen  gegangen sein. Welch ein Verlust an „H u m a n  -  K a p i t a l "? Der Arbeiter-Aufstand vom 17. Juni 1953 und der Ungarn-Aufstand von 1956 dokumentierten, wie man in einer Diktatur gesellschaftliche Probleme löst: durch  P a n z e r  ! Wie kann man nun aber die neue Version einer „D i k t a t u r“ in einem Teil Deutschlands überwinden, so stellte sich mir die Frage? Durch mein früh gewecktes politisches Interesse gab es für mich nur einen denkbaren Weg: „die W i e d e r v e r e i n i g u n g Deutschlands“. Aber der alte „Herr am Rhein“ hatte uns diesbezüglich nicht auf dem Schirm. Westbindung, NATO-Mitgliedschaft, Europäische Gemeinschaft waren die aktuellen politischen Ziele. Das die Oestereicher 1956 für den Preis der immer währenden Neutralität ihre Einheit und volle Souveränität erhielten, war für die Regierenden in Bonn kein Grund sich wenigstens ansatzweise um eine vergleichbare Lösung für Deutschland zu bemühen. Als jugendlicher Heißsporn ärgerte mich dies sehr, ging doch die Teilung vor allen zu Lasten der Deutschen in der DDR. Als dann die SPD  in der Bundesrepublik1959 den Deutschplan der SPD  zur Deutschen Einheit vorlegte, keimte bei mir neue Hoffnung. Endlich eine politische Kraft, die sich über die „nationale Frage“ Gedanken machte. Aber als dann Franz-Josef Strauß meinte: „den Plan müsste man der SPD um die Ohren hauen“, da musste ich als durch und durch politischer Mensch  irgendwie handeln. Eine neue Partei zu gründen, z.B. mit dem Namen:“Gesamtdeutsche Volkspartei“ war sicher nicht der Königsweg, zumal eine Zulassung in der DDR aussichtslos war. Die gab es ja schon in der Bundesrepublik, gegründet durch den ehemaligen CDU-Innenminister Gustav Heinemann, der aus Protest gegen die Wiederbewaffnung und die damit verbundene Vertiefung der deutschen Spaltung von seinem Ministeramt als Innenminister zurück trat. Als junger politischer Heißsporn wollte ich nun wenigstens die politischen Kräfte stärken, die die „nationale Frage der Einheit“ auf der Tagesordnung hatten. So machte ich mich am 18. August 1960 auf den Weg nach West-Berlin, um dort im OST-Büro der SPD eine Mitgliedschaft in der SPD zu beantragen. Natürlich war ich klug genug keinen einzigen Menschen davon zu erzählen, galt doch das SPD-Ostbüro in den Augen der DDR- Regierenden als „Nachrichten-Zentrale des amerikanischen CIA“. Nach Beendigung meines Studiums in Dresden wollte ich in Berlin-Ost eine berufliche Tätigkeit aufnehmen und dann in der Partei mitarbeiten. Der Vier- Mächte-Status Berlins ermöglichte nämlich die Existenz der SPD auch in Ost-Berlin. Mit dem Mauerbau ein Jahr später, am 13. August 1961, folgten 29 Jahre, die im Grundsatz immer wieder bestätigten, die DDR und der ganze Ostblock sind nicht reformwillig, sind nicht reformfähig. Mit der totalen Abschottung in Richtung Westen wurde den DDR-Bewohnern sehr schnell bewusst: wir sind auf lange Zeit fest eingeschlossen! Die Menschen richteten sich ein , rückten stärker zusammen, auch um sich gegenseitig bei Versorgungsdefiziten zu helfen.Soziologen sprechen von der „Herausbildung einer Nischengesellschaft“. Kennzeichen dafür sind: Rückzug ins Private, Arrangieren mit den obwaltenden Verhältnissen, eine Passivität gegenüber dem Gemeinwesen und ein verkümmertes freiwilliges gesellschaftliches Engagement, der so wichtige Bürgersinn und die Identifikation der Bürger mit ihrer Kommune gingen weitgehend verloren. Versorgungs- und obrigkeitsstaatliches Denken bestimmten zunehmend den Alltag. Es bestätigte sich die Erkenntnis, Diktaturen schaffen sich den  u n m ü n d i g e n  Bürger. Trotzdem wollte ich die Hoffnung auf eine Überwindung der Spaltung Deutschlands noch nicht aufgeben, und vielleicht könnte der  P r a g e r  Frühling  1968  ein indirekter Schritt in die richtige Richtung sein?. Die Forderungen des  „Prager Frühlings“ lauteten: Liberalisierung und Demokratisierung der Gesellschaft - Sozialismus mit menschlichem Antlitz! Was war aber die Antwort? Sie wissen es:  P a n z e r ! Irgendwie musste ich meinen Frust abbauen und trat demonstrativ aus der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft aus. Und dann noch die Freveltat vor 50 Jahren in Leipzig: die Sprengung der Universitätskirche (30.5.1968) aus rein ideologischen Gründen. Wir haben das unmittelbar erlebt, denn damals waren meine Frau und ich noch in Leipzig ansässig. Meine dringenden Schreiben an Volkskammer-Präsident Joh. Dieckmann und dem thüringischen Bischof Moritz Mitzenheim (dem man übrigens einen guten Draht zu Walter Ulbricht nachsagte), konnten diese barbarische Tat nicht verhindern, ebenso wenig wie unsere Demonstrationen auf dem damaligen Karl-Marx-Platz. Für mich liegt hier auch der Grund, dass ich schon im November 1990 die Beschlussvorlage zum „Wiederaufbau der Johanniskirche“ dem Stadtrat zu leitete, die er dann auch mit großer Mehrheit verabschiedete. Aus diesem Geiste heraus wünsche ich mir zu meinem 90. Geburtstag!!!, dass eine der ältesten Bibliotheken Deutschlands, und die älteste Bibliothek in den neuen Bundesländer, nämlich unsere 1525 gegründete Stadtbibliothek eine ihrer historischen Bedeutung würdige Heimstaat in der wiedererrichteten geschichtlich so bedeutsamen Ulrichskirche gefunden hat. Die Kraft zu solchem Tun erwächst aus der Kenntnis der Geschichte und der Identifikation der Bürger mit ihrem unmittelbaren urbanen Lebensbereich. Das erhoffe ich!

Mein Wunsch nach einer rechtsstaatlichen und demokratischen Gesellschaftsstruktur innerhalb der DDR mit der letztendlichen Möglichkeit, eines Tages den Weg in die deutsche Einheit beschreiten zu können, blieb für mich immer lebendig . So knüpfte ich Erwartungen an die Anfang der 70er Jahre durch Willy Brandt, Egon Bahr und Walter Scheel eingeleitete Ost- und Entspannungspolitik mit dem Ziel „Wandel durch Annäherung“. Sie ermöglichte dann auch den „Helsinki-Prozess“, die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Besonders der  so genannte Korb III der 1975 vereinbarten Schlussakte der Konferenz bot den Menschen in den Ost-Blockstaaten die Rechtfertigung für ein vom Staat unabhängiges und nicht kontrolliertes bürgerschaftliches Engagement. Die Rechte konnten zwar nicht eingeklagt werden, aber man konnte sich argumentativ darauf berufen. Dies ermunterte verstärkt Menschen in der DDR zu Initiativen, die wirtschaftlichen und ökologischen Defizite und den insgesamt erkennbaren Reformbedarf zu thematisieren. Über all die Jahrzehnte bot sich mir unter dem Dach der Kirche ein gewisser Freiraum für Begegnungen mit Menschen, gelegentlich auch aus Westdeutschland und anderen Ländern, gegenüber denen man ein Grundvertrauen hatte und mit denen man weitgehend unbefangen über Gott und die Welt reden konnte. Nicht zuletzt auch aus diesen christlichen Kreisen heraus entwickelte sich eine Bürgerrechtsbewegung, die in späteren Jahren auf die „Ökumenische Bewegung für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ traf. Die 1980 in Polen gegründete Gewerkschaft „Solidarnosc“ ermutigte nachdrücklich die sich entwickelnde Bürgerrechtsbewegung in der DDR. Es war insofern kein Zufall, dass die verschiedenen bürgerbewegten Gruppierungen vor allem aus dem Raum und im Raum der Kirchen zum Kristallisationspunkt für den Aufbruch und Umbruch von 1989/1990 wurden. Die weitere Geschichte ist Ihnen ja allen noch sehr vertraut. Bis heute empfinde ich als deutscher P a t r i o t, jeden Tag aufs  neue  eine elementare F r e u d e, die Deutsche Einheit noch erlebt zu haben und dass ich sie ein Stück mit gestalten konnte. Als Resümee meines politischen Lebens habe ich die Erwartung an unser Land und unsere Mitbürger, dass der französische Dichter Anatol France n i c h t recht hat mit seiner Aussage: „Nichts ist so sehr für die gute alte Zeit verantwortlich, wie das schlechte Gedächtnis“, sondern dass aus der Kenntnis unserer teilweise problematischen und schuldbeladenen deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert das heutige politische Handeln durch zukunftsgerechte, demokratisch legitimierte und am Gemeinwohl orientierte Entscheidungen bestimmt wird. Mein Wunsch ist aber auch, dass es den heute lebenden Zeitgenossen immer bewusst ist: Das heutige Deutschland ist das beste Deutschland, das es je in seiner Geschichte gab, und wir sind die privilegierten Generationen:

- Frieden mit allen Ländern, nur noch Freunde
- Freiheits- und Bürgerrechte, wie noch nie in der deutschen Geschichte
- höchste durchschnittliche Lebenserwartung
- höchster Lebensstandard
- hohes Ansehen in der Welt

Ich höre aber auch die reflexartige Reaktion: „… ja, aber….ja dieses  …ja, aber…“  ist eine permanente Herausforderung und Aufgabe der Politik aller Ebenen. Dabei muss aber gelten: ohne Leistungsprinzip können wir uns nichts leisten. Und wer dann an die Schwachen auch in unserer Gesellschaft denkt, den möchte ich aber auch gern auf die Erkenntnis des langjährig weltweit tätigen Fernsehkorrespondenten Rolf-Dieter Krause hinweisen:

„Wenn ich arm wäre, würde ich am liebsten in Deutschland leben“.

Wenn es aber gut  b l e i b e n  soll, müssen wir uns den immer wieder neuen Herausforderungen stellen, und die Mühen der Ebene auf uns nehmen. Die beste Regierungsform, die wir dafür erreicht haben, auch 1989/1990 ein bisschen erkämpft haben, ist der  „freiheitliche demokratische Rechtsstaat“. Demokratie ist aber kein Zu s t a n d sondern ein ständiger Prozess. Diesen Prozess zu gestalten bedarf es vieler vieler  D e m o k r a t e n. Unser demokratischen Rechtsstaat wird nur dann von Dauer sein, wenn jeder Bürger bewusst seinen Beitrag als Staatsbürger leistet. Antidemokraten sind immer wieder am Werk und versprechen die einfachen Lösungen für eine komplizierte Welt, aber einfache Lösungswege gibt es in einen demokratisch verfassten Gemeinwesen in der Regel nicht. Bleiben wir uns der Tatsache bewusst: die Geschichte pflegt ihre Angebote nicht zu wiederholen."

 
20.01.18

Kuratorium Ulrichskirche nimmt an Meile der Demokratie teil

Mit einem eigenen Stand warben wir auf der Meile der Demokratie für den Wiederaufbau des Portals der Ulrichskirche.


 
19.01.18

Neuer Internetauftritt www.ulrichskirchenportal.de geht online!

Wir haben für unseren Plan, das Portal der Ulrichskirche auf dem Ulrichplatz wieder zu errichten, eine neuen Internetauftritt geschaffen:

www.ulrichskirchenportal.de

Dieser neue Auftritt trägt den aktuellen Anforderungen der Internetuser Rechnung und ist sowohl auf Smartphones als auch auf Pads und normalen Computerbildschirmen les- und nutzbar. Schauen Sie bitte rein und erfreuen Sie sich an realistischen Foto- und Videomontagen, mit denen wir Sie für den Portalwiederaufbau gewinnen wollen. Werden Sie Spender! Helfen Sie mit, an ein bedeutendes Stück Heimatgeschichte zu erinnern! Otto der Große und Otto von Guericke werden es Ihnen danken!

 
19.01.18

Vorstandssitzung des Kuratoriums Ulrichskirche e.V.

Regelmäßiges Treffen des Vorstandes zu aktuellen Themen in Magdeburg.

 
19.01.18

Wo ist das Grab von Otto von Guericke? In der Johanniskirche, Ulrichskirche oder Nikolaikirche?

 
01.01.18

Frohes neues Jahr!

Wir wünschen Ihnen ein frohes und gesundes neues Jahr 2018! Bleiben Sie gesund und freuen Sie sich mit uns auf das Ulrichskirchenportal. Der Vorstand des Kuratoriums Ulrichskirche e.V

 
31.12.17

Wir wünschen allen einen guten Rutsch!

Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch! Bleiben Sie gesund und freuen Sie sich mit uns auf das Ulrichskirchenportal. Der Vorstand des Kuratoriums Ulrichskirche e.V.

 
28.12.17

Was der Oberbürgermeister zum Ulrichskirchenportal sagt - Auszug aus dem Jahresendinterview der Volksstimme

 
24.12.17

Frohe und besinnliche Weihnachten!

 
15.12.17

Leserbrief in der Magdeburger Volksstimme

 
13.11.17

Das Ergebnis der Umfrage in der Volksstimme: 59% pro, 40,5% kontra

Die Magdeburger Volksstimme berichtet:

 
07.11.17

Zusätzliche Telefonumfrage der Magdeburger Volksstimme zum Wiederaufbau des Portals der Ulrichskirche


 
06.11.17

Leserumfrage in der Magdeburger Volksstimme mit Videoanimation des Ulrichskirchenportals

Zur besseren Veranschaulichung unserer Pläne zur Wiedererrichtung des Portals der Ulrichskirche auf dem Ulrichplatz haben wir eine Videoanimation erstellt. Diese wird aktuell exklusiv von der Magdeburger Volksstimme gezeigt:

https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/leser-stimmen-ab-soll-das-ulrichskirchenportal-gebaut-werden

Hier können Sie auch an einer Leserabstimmung teilnehmen.

Wir möchten eine Erinnerungsarchitektur schaffen, die sich harmonisch in den Ulrichplatz einfügt und an die verlorene Altstadt erinnert. Zugleich soll das Portal auch als Mahnmal für die Zerstörung der Stadt am 16. Januar 1945 dienen. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kommentare. Folgend ein paar Screenshots:

 

 

 

Leser stimmen ab
Soll das Ulrichskirchenportal gebaut werden?


Das Kuratorium Ulrichskirche hat in Magdeburg seine Ziele zwar verfehlt, dennoch fällt die Bilanz des Vorstands positiv aus. Von Marco Papritz.

Volksstimme: 2007 sind Sie mit dem festen Vorhaben angetreten, die Kirche zum Jubiläum 500 Jahre Reformation zu eröffnen. Der Kirchenneubau wurde beim Bürgerentscheid 2011 mit 70 Prozent der Stimmen abgelehnt, später folgte die Absage des Stadtrates Magdeburg an eine Bürgerbefragung zur Errichtung des Portals. Nun mit etwas Abstand – was lief schief?

Tobias Köppe: Es ist unbestritten richtig, dass keine baulichen Ergebnisse unserer Vereinsarbeit auf dem Ulrichplatz sichtbar geworden sind. Aber dennoch waren die zehn Jahre erfolgreich. Wir haben mit Infoständen für unser Anliegen und die Ulrichskirche geworben und sie wieder in Erinnerung gebracht. Außerdem wurden Originalsteine gesichert und wir haben die Turmuhr von 1880 entdeckt und wiederaufarbeiten lassen. Wir haben ebenfalls zwei Bände der Magdeburger Zenturien aus dem 16. Jahrhundert erworben, die der Öffentlichkeit in einer Dauerausstellung gezeigt werden sollen. All dies wäre ohne uns vergessen und verloren gewesen.

Mit unseren Aktionen haben wir auch den Lokalpatriotismus unterstützt. Und hätten ihn noch gern verstärkt mit der Ulrichskirche und dadurch die Stadt um eine Attraktion reicher gemacht. Denn uns ging es nicht vordergründig darum, eine Kirche, sondern ein Bauwerk zu errichten, das die Stadt verschönert und typisch magdeburgisch ist. Das Portal wäre nun ein für alle Seiten gangbarer Weg.

Volksstimme: Verstehen Sie die Angst der Magdeburger Stadträte, die den Bürgerentscheid zum Bau des Portals knapp mit drei Stimmen Mehrheit nicht zugelassen haben, u. a. weil sie fürchten, dass quasi hintendran die Kirche gebaut wird?

Jörg Schenke: Nein. Auf das Portal sollten wir uns freuen! Magdeburg hat dann eine Sehenswürdigkeit mehr. Besucher werden das Bauwerk, das an ein Stück 1000-jährige Stadtgeschichte erinnert, bestaunen. Und die Otto-Stadt Magdeburg macht einen Ort wieder sichtbar, an dem Otto von Guericke getauft und später getraut wurde.

Uwe Thal: Ein Wiederaufbau der Ulrichskirche ist doch auch für uns nur dann denkbar, wenn die Bürger der Stadt ihn auch wirklich wollen. Davon sind wir weit entfernt.
Videos


Volksstimme: Was motiviert Sie dazu, weiterzumachen?

Jörg Schenke: Ich möchte einfach dazu beitragen, dass ein Stück Geschichte meiner Heimatstadt wieder sichtbar gemacht wird.

Astrid Manz: Es macht viel Spaß mit interessanten Menschen an einer großen Idee zu arbeiten. Ich wünsche mir als Magdeburgerin einen weiteren Grund, auf dem Ulrichplatz zu verweilen.

Tobias Köppe: Die Liebe zur Heimat, zu ihrer Geschichte und ihren herausragenden Bauwerken, die uns nicht gestohlen oder zerstört werden dürfen, die wir achten und ehren müssen.

Uwe Thal: Meine Familie. Zukunft erwächst aus Geschichte und Tradition. Dafür haben wir uns immer eingesetzt. Generation für Generation.


Volksstimme: Warum haben Sie das Reformationsjubiläum nicht für Ihr Marketing genutzt?

Uwe Thal: Wir haben das Jubiläum immer im Blick gehabt und auch Kontakte mit Wittenberg hergestellt. Innerhalb der Kampagne „Ursprungsland der Reformation“ durch Sachsen-Anhalt wurden wir nicht genug wahrgenommen. Sicherlich sind auch historische Gründe anzuführen. Magdeburg wurde nach der Zerstörung 1945 zur sozialistischen Vorzeigestadt. Es wurde versucht, alles was mit der Kirche zu tun hat, auszuradieren. Die damals noch junge „Macht“ fühlte sich durch die Kirche bedroht. Das sitzt sicherlich noch in einigen Köpfen fest. Genau dieses Themenfeld „Kirche“ scheinen wir für viele zu besetzen. Darunter hatten wir zu leiden.

Was macht Ihnen Hoffnung, dass sich die Meinungen ändern?

Uwe Thal (schmunzelnd): Es sind gerade einmal zehn Jahre seit der Gründung vergangen. Am Dom wurde über 300 Jahre gebaut ...

Jörg Schenke: In meinem Umfeld, in Gesprächen mit Freunden und Bekannten stößt die Idee vom Portal durchweg auf positive Resonanz. Wir hoffen, dass das Video alle Unklarheiten beseitigt.

Astrid Manz: Und nun hoffen wir, dass sich Freunde dieser neuen Idee, Interessierte und Förderer mit uns in Verbindung setzen. Wir freuen uns über jede Kontaktaufnahme. Im Ergebnis des Bürgerentscheides 2011 gab es immerhin auch fast 25 000 Befürworter.

Uwe Thal: Den Bürgerentscheid haben wir akzeptiert und daraufhin unsere Satzung geändert.

Volksstimme: Sie müssen sich ankreiden lassen, weder prominente oder gewichtige Unterstützer gefunden noch den Bewohnern der Stadt Magdeburg veranschaulicht zu haben, wie Kirche oder Portal auf dem Platz wirken würden.

Tobias Köppe: Veranschaulicht haben wir das Portal in vielen hochwertigen Fotomontagen, die durchweg positive Resonanz brachten. Aktuell haben wir sogar einen Film erstellt, der dies nun wunderbar veranschaulicht. Prominente Unterstützer wie etwa Alt-OB Willi Polte gibt es auf regionaler Ebene viele. Wir freuen uns sehr darüber, was in Magdeburg an anderer Stelle geschaffen wurde.

Sehen Sie sich das Katharinenportal und das Sterntor an – oder das alte Trafohaus an der Hubbrücke. Das sind alles tolle Projekte, die die Magdeburger Bürger realisiert haben. Ursprünglich wollten wir im Oktober ein Modell des Portals in Originalgröße vor Ort installieren. Wir haben uns dann aber für eine filmische und fotografische Visualisierung entschieden.

Uwe Thal: Unser Ziel ist, ein Mahnmal für die Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945 zu bauen. Sieht man einmal von Trauerstätten auf Friedhöfen ab, ist solch ein zentraler Ort zum Gedenken für die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg nicht vorhanden. Das war einer der Hauptbeweggründe, warum wir uns für das Portal entschieden haben.

Astrid Manz: Nebenbei bemerkt sieht es doch zwischen den Bäumen und Blumenrabatten wunderschön aus. Dies bestätigen uns auch viele Nichtmitglieder.

Volksstimme: Allerdings stecken Sie seit dem Entscheid des Stadtrates in diesem Jahr in einer Sackgasse fest. Wie kommen Sie da raus?

Tobias Köppe: Klar fragen auch wir uns, wie es weitergeht, ob dieser oder der nächste Stadtrat noch einmal anderes votieren wird. Wir müssen einfach weiter den Magdeburgern zeigen, was wir da genau vorhaben. Das Video ist – so hoffen wir – ein guter Schritt in diese Richtung. Mehr noch, wir haben mittlerweile auch ein klares Signal zur Finanzierung des Portals aus der Magdeburger Wirtschaft erhalten. Natürlich möchten wir auch den Magdeburgern die Möglichkeit geben, sich an dem Portal zu verewigen. Es gibt hierfür bereits konkrete Interessenbekundungen. Wenn Bürger und Stadtrat es wollen, könnte es also bald losgehen.

Ergebnis der Internetumfrage: Soll das Portal der Ulrichskirche in Magdeburg wiederaufgebaut werden?

Ja. (3112 Stimmen)
64.70%

Nein. (1667 Stimmen)
34.66%

Das ist mir egal. (31 Stimmen)
0.64%
Stimmen: 4810

 
31.10.17

Happy Birthday Kuratorium Ulrichskirche! Eindrücke von der Feier am 500. Reformationsjubiläum in MD

Das war doch mal was! Am 31. Oktober 2017 feierten junge und alte Mitglieder des Kuratoriums Ulrichskirche bei Live-Musik, gutem Essen, vielen guten Gesprächen, schönen Vorträgen und kleinen Geschenken ihr zehnjähriges Bestehen! Alles Gute für das nächste Lebensjahrzehnt! 

         

 
31.10.17

Wir feiern unseren 10. Geburtstag!

Am 31.10.2007 gründete sich das Kuratorium Ulrichskirche e.V. Nach 10 Jahren Vereinsarbeit feiern wir am 31.10.2017 unseren 10. Vereinsgeburtstag. Die Einladungen wurden bereits versandt. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 
03.09.17

Bremer Verein will Ansgarii-Kirche wieder aufbauen

Das Kuratorium Ulrichskirche e.V. arbeitet weiter fleißig und stetig an seinem Ziel, das Portal der Ulrichskirche wieder auf dem Ulrichplatz aufzubauen und somit an Otto-von-Guerickes Taufkirche zu erinnern. Bisher wird dem Verein dieses Ziel durch eine Stadtratsmehrheit von SPD und LINKEN verwehrt. Ermutigt, an unserem Ziel festzuhalten, werden wir auch durch diese Pläne aus der Hansestadt Bremen. Hier findet sich ebenfalls bürgerliches Engagement zur Wiederherstellung eines kleinen Stücks historischen Stadtbildes. Wir wünschen den Initiatoren viel Glück und hoffen auf die Realisierung der Pläne!

Der Weser-Kurier berichtet zum Umbau des Stadtzentrums: Parkhaus-Abriss, neue Einkaufspassage: Die Bremer Altstadt könnte sich bald verändern. Wird dann auch die Ansgarii-Kirche wieder aufgebaut? Das fordert der Verein "Historisches Stadtbild Bremen".


Fünf Entwürfe brauchten die Männer vom Verein „Historisches Stadtbild Bremen“, bis sie sich auf einen Plan für die mittlere Altstadt verständigen konnten. Gesetzt war jedes Mal die Ansgarii-Kirche, deren Wiederaufbau sich der Historiker Nils Huschke und seine Mitstreiter auf die Fahnen geschrieben haben. Doch daneben gab es noch allerlei zu diskutieren und zu erwägen. Erst erstand auch das Lloydgebäude wieder im alten Glanz, büßte aber dann seinen Turm ein und erscheint in der jüngsten Version nur noch als neo-historistische Rekonstruktion. Viel internen Diskussionsstoff lieferte auch die Gestaltung des Blocks, der derzeit vom Parkhaus am Brill eingenommen wird. Architekt Axel Spellenberg schlug zunächst einen diagonalen Durchbruch bis zur Bürgermeister Smidt-Straße vor, rückte dann aber wieder davon ab. „Sonst hätte die Jugendstilfassade des früheren Schuhhauses Wachendorf entfernt werden müssen“, erklärt Huschke. „Damit hätten wir uns unglaubwürdig gemacht.“  

Schon seit Jahren predigen Huschke und seine Mitstreiter den Wiederaufbau der Ansgarii-Kirche. Ein Langzeitprojekt, wie Huschke gern betont. Doch nun läuft den Ansgarii-Freunden die Zeit davon. „Durch den Verkauf des Bremer Carrees liegt jetzt eine gewisse Dringlichkeit vor“, sagt der 46-Jährige. Und ebenso durch die Ambitionen des Bremer Bauunternehmers Kurt Zech, in der Innenstadt kräftig aufzuräumen. Bevor die Weichen gestellt werden, wollen Huschke & Co. ein Gespür für das Erbe der Vergangenheit vermitteln. Denn: „Wenn ein Investor die Geschichte nicht kennt, geht er darüber hinweg“, sagt Spellenberg.

Verein sieht die Chance, Bausünden der Nachkriegsjahre zu korrigieren

Mehr „Demut vor dem historischen Erbe“ fordert Huschke nicht nur in Sachen Ansgarii-Kirche ein. Deren Rekonstruktion begreift er als das Optimum, als „Sahnehäubchen“ einer gelungenen Neugestaltung der mittleren Altstadt. „Das Ansgari-Quartier ist ja quasi eine Jungstadt, keine Altstadt“, so Huschke. Ein Hinweis auf den Verlust des historischen Erscheinungsbildes. Der Bombenkrieg hinterließ seine Spuren, nicht nur die Ansgarii-Kirche musste dran glauben. Den Rest besorgte die wenig sensible Städteplanung nach 1945. Doch nun sehen die Ansgarii-Freunde eine historische Chance, die Bausünden der Nachkriegsjahre zu korrigieren. Auf Reset zu drücken und noch einmal von vorn anzufangen. Über den Wiederaufbau kann der Architekt Spellenberg ohnehin nur den Kopf schütteln, in seinen Augen handelt es sich um eine grandiose Fehlleistung, ein Provisorium ohne bleibenden Wert. „Der eigentliche Wiederaufbau steht erst noch bevor“, sagt der 72-Jährige.

Derweil verweist Huschke auf ähnliche Bestrebungen in anderen Großstädten. Ob in Berlin, Dresden oder Braunschweig, die Rekonstruktion historischer, stadtbildprägender Bauwerke sei in zahlreichen Orten in vollem Gange. „Nur in Bremen nicht.“ Daher dürfe es bei der Neugestaltung keine „unnötige Hast“ geben, warnt Huschke. „Bremen soll eine Chance haben, den Ansgarikirchhof als zweite Herzkammer der Altstadt wiederzugewinnen.“

Spellenberg kann sich Tiefgaragen am Brill vorstellen

Seinen Entwurf will Spellenberg keineswegs als bloße Traumtänzerei verstanden wissen, darum spielt für ihn auch das Parkplatzproblem eine entscheidende Rolle. Ihm schweben Tiefgaragen am Standort der bisherigen Parkhäuser am Brill und Mitte vor. Tiefbau sei zwar teuer. „Dafür wird aber Oberfläche frei und damit Raum für größere Vielfalt.“ Ein weiterer Grundgedanke: den Lloydhof in eine begehbare Hofstruktur einzubinden – von einem St. Ansgarii-Hof als Ersatz für das bisherige Parkhaus am Brill über den Lloydhof und den Hanseatenhof bis zum neuen Pelzerhof am Standort von Galeria Kaufhof. „Durch die Höfe wird das Ganze passagenartig, ganz ähnlich wie bei Zech“, sagt Spellenberg. Dass das Galeria Kaufhof-Gebäude fallen muss, versteht sich für ihn von selbst. Als Ersatz bringt er ein Lloydgebäude light ins Spiel, ein historisierendes Bauwerk in Anlehnung an das Londoner Kaufhaus Harrods mit kleinteiligen Geschäftsstrukturen.   

Alles nur ein Produkt überhitzter Fantasie? Davon wollen Huschke und Spellenberg nichts wissen. Vielmehr soll ihr Verein – früher „Herolde von Bremen“, jetzt gerade in der Phase der Umwidmung zu „Historisches Stadtbild Bremen“ – eine Lobbyfunktion übernehmen. Also Denkanstöße vermitteln, Alternativen aufzeigen, die sich an historischen Strukturen orientieren. Die Pelzerstraße würde wieder in voller Länge entstehen, die Große und Kleine Hundestraße aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt. Und die Finanzierung? Den Wiederaufbau der Ansgarii-Kirche soll privates Engagement ermöglichen, gern auch ein Mäzen. Alles Weitere ist Denkstoff für Investoren.

"Man muss den Investoren zeigen, wie es aussehen könnte"

Ob die darauf anspringen, steht in den Sternen. „Wir wissen nicht, was Quest Invest vorhat“, sagt Huschke. Der neue Teileigentümer des Carrees – eine Unbekannte in den Planspielen der rührigen Stadtbildner. Völlig unklar auch, was der bekennende Bremen-Liebhaber Zech von solchen Anregungen hält. Spellenberg lässt sich davon nicht beirren. „Man muss den Investoren Bilder zeigen“, sagt er. „Ihnen zeigen, wie es aussehen könnte.“ Dass die Politik das Anliegen weitgehend ignoriert, stört die Stadtbild-Streiter nicht. Bisher hat sich nur der Bürgerschaftsabgeordnete Alexander Tassis (AfD) für den Wiederaufbau des Lloydgebäudes stark gemacht.  
  
Die Ironie an der Geschichte: Spellenberg war früher selbst einer von denen, die er heute leidenschaftlich anprangert. „Auch ich habe brutal gebaut“, sagt er selbstkritisch. In einem Buch über große Bausünden sei er sogar als abschreckendes Beispiel angeführt worden. Doch dann habe ein Umdenken eingesetzt, nun begreift er sich als Teil einer Gegenbewegung „gegen die Tabula rasa-Mentalität“ seiner Berufskollegen. „Architekten sind heute hauptsächlich nur noch Manager, mit der Detailplanung haben sie nichts mehr zu tun.“ Eine Entwicklung in der modernen Architektur kann Spellenberg nicht erkennen. Sein harsches Urteil: „Seit dem Bauhaus ist nichts Neues hinzugekommen.“      
Erst vor drei Jahren ist Spellenberg aus dem Schwäbischen nach Norddeutschland gezogen, nun wohnt er mit seiner Frau in Worpswede. Irgendwelche Ambitionen als Architekt habe er nicht, betont der 72-Jährige. „Ich bin vollkommen frei, ich brauche auf nichts Rücksicht zu nehmen.“ Gerade darum sieht er sich auch in der Rolle eines Ideengebers, der eingefahrene Strukturen im Denken der Baubehörden aufbrechen könne. Huschke will seinen Teil dazu beitragen und für eine historisch orientierte Neugestaltung werben. Denn: „Jetzt fallen die wegweisenden Entscheidungen. Deshalb müssen wir uns kurz vor Toreschluss Gehör verschaffen.“

 
20.08.17

Der neue Ulrichsbote erscheint

Liebe Freunde der Ulrichskirche, 
zum vierten Mal in diesem Jahr informieren wir unsere Vereinsmitglieder mit unserem Boten über die Aktivitäten im Kuratorium. Der Jahrestag unseres 10jährigen Bestehens nähert sich unaufhaltsam. Der Tag, der zugleich der große Reformationsfeiertag ist, natürlich auch. In Kürze werden wir Ihnen wieder über unsere aktuellen Vorhaben und Pläne berichten. Bleiben Sie uns gewogen!

Der Vorstand des Kuratoriums Ulrichskirche e.V.

 
14.08.17

Leipzig macht vor, wie es auch anders gehen kann: Das Paulinum - ein gelungener Kompromiss!

Es ist eine Kirche! Von Björn Meine in der Leipziger Volkszeitung:  

Es ist der nächste große Schritt für die prosperierende Stadt, ein weiteres bedeutendes Bauwerk für die City. Es ist das edle Möbelstück, das in der guten Stube irgendwie noch gefehlt hat. Leipzigs Universität kann im Dezember ein neues und architektonisch sehr gelungenes Gebäude in Betrieb nehmen. Gesternwurde schon mal Bauabschluss gefeiert im „Paulinum: Aula – Universitätskirche St. Pauli“, so heißt der Komplex offiziell. Der Kompromiss-Begriff steht in seiner ganzen Albernheit für einen teils absurden Streit, der in den vergangenen Jahren geführt wurde. Ein Streit, der nicht unüblich ist für Großprojekte in Leipzig. Bei vielen gab es Debatten: über den Sinn der Investition selbst, über die Gestaltung. Aber wenn es fertig war, dann waren alle überzeugt, dass etwas Gutes entstanden ist. Das war nach dem Umbau des Hauptbahnhofs so und beim City-Tunnel. Sogar über die neue Propsteikirche vis-à-vis des Neues Rathauses hört man nichts Böses mehr; und was gab es da für Debatten Kleiner Unterschied: Beim neuen Bau für Leipzigs Universität am Augustusplatz entzündete sich der Streit mit Blick auf den realisierten Entwurf nie so richtig am Äußeren und noch nicht einmal daran, dass sich die Kosten auf inzwischen 117,3 Millionen Euro verdoppelt haben. Es gab allenfalls Kritik, weil das Gebäude mit acht Jahren Verspätung fertig wird. Vor allem aber ging es um Petitessen: Heißt es Kirche oder Paulinum, soll die Kanzel rein oder nicht? Die darüber teils erbittert geführten Gefechte haben nie den Nerv einer großen Bürgerschaft getroffen. Jetzt, wo alles fast fertig ist, heben solche Diskussionen erst recht keinen mehr an. Schon bald wird Normalität einkehren. Die Universität wird den neuen Raum mit Leben füllen, und es werden Gottesdienste darin gefeiert. Auf dem Augustusplatz werden weiter Studenten sitzen und ihren Döner essen – vor der neuen Universitätskirche: Wer das Gebäude von außen betrachtet, wer drinnen die Orgelempore erblickt, unter den großen Säulen und Bögen oder vor dem Altarraum steht, wer die große Jehmlich-Orgel spielen hört, der befindet sich in einer Kirche. Die Bezüge zur 1968 gesprengten Paulinerkirche sind gewollt, sie sind auch richtig, und sie sind nicht zu übersehen. Hier ist also eine Kirche entstanden, die die Bürger vielleicht Kirche nennen werden. Oder Paulinum. Oder irgendwie anders. Es spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass es einen neuen, einen repräsentativen Raum gibt, der der Universität und der Stadt guttun wird. Ein sakraler Raum, ein Ort für den Glauben, aber genauso ein Ort der freien Wissenschaft. Auch mit Sprengung der Paulinerkirche sei es dem DDR-Regime nicht gelungen, Glaube und Wissenschaft dauerhaft zu trennen, wie Ministerpräsident Stanislaw Tillich gestern bemerkte. City-Tunnel, neue Propsteikirche, Kongreßhalle, neue Unikirche: Leipzig dreht sich, die Stadt wächst und gedeiht, die Einwohnerzahlen steigen (etwas verlangsamt) immer noch. Es darf so weitergehen?...

Kommentar: Auch in Leipzig wurde viel diskutiert und gerungen um den Wiederaufbau der Universitätskirche. Herausgekommen ist ein gelungener Kompromiss. Die Stadt prosperiert. In Magdeburg dagegen vermisst man diese Fähigkeit zum Kompromiss. Stattdessen nutzen SPD und LINKE ihre politischen Mehrheiten, um selbst die kleinste Erinnerungsarchitektur an die Ulrichskirche niederzuschmettern. Es wird Zeit für eine politische Wende, damit die Stadt nicht im innerdeutschen Vergleich weiter zurückfällt. Magdeburger, schaut auf diese Stadt Leipzig!

 
14.08.17

"Einmalig für Sachsen!" - Die Leipziger Volkszeitung berichtet:

Mit rund 300 geladenen Gästen wurde gestern am Leipziger Augustusplatz der Bau¬abschluss für das Paulinum, den Nachfolgebau der 1968 gesprengten Universitätskirche, gefeiert. Die Fertigstellung hatte sich um acht Jahre verspätet und war mit 117 Millionen Euro doppelt so teuer wie geplant. In seiner Rede würdigte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) den Bau als „einmalig für Sachsen“. Er ist nach dem Dresdner Schloss der zweit¬teuerste öffentliche Bau im Freistaat seit 1990. Heute von 14 bis 18 Uhr können Leipziger Bürger sich selbst einen Eindruck vom neuen Prachtbau, der nach den Plänen des niederländischen Architekten Erick van Egeraat entstand, in der Stadtmitte verschaffen.

 
09.08.17

Paulinum eröffnet im Dezember 2017 und erinnert an gesprengte Universitätskirche

Wir freuen uns für Leipzig, dass die Eröffnung des Paulinums nun in greifbare Nähe rückt und mit der Erinnerungsarchitektur an die gesprengte Universitätskirche in moderner Formensprache ein guter Kompromiss gefunden wurde.

Die Leipziger Volkszeitung berichtet:

Paulinum: Dreitägige Einweihung im Dezember
Festakt, offene Türen für die Bürger und Gottesdienst geplant / Interne Bauabschlussfeier an der Uni am 23. August
Von MARIO Beck

Acht Jahre Bauverzug und Kostenexplosion – aber jetzt stehen der Einweihungstermin und die Programmeckpunkte zur Eröffnung des Paulinums am Campus am Augustusplatz fest. Auf LVZ-Anfrage bestätigte Uni-Sprecher Carsten Heckmann gestern, dass das Paulinum Anfang Dezember öffentlich seiner Bestimmung übergeben wird. „Die Planungen dafür laufen jetzt an.“ Drei Tage rund um den 608. Universitätsgeburtstag, der am 2. Dezember begangen wird, seien für die Feierlichkeiten vorgesehen. Am 1. Dezember geht demnach ein Festakt mit viel Prominenz über die Bühne, am Tag darauf – dem Dies academicus – sind die Bürger zur Besichtigung des stadtbildprägenden Gebäudes eingeladen und am 3. Dezember findet darin ein Universitätsgottesdienst statt.

In der architektonischen Formensprache erinnert der vom holländischen Baumeister Erick van Egeraat entworfene Komplex an die 1968 in einem Akt der Kulturbarbarei gesprengte Universitätskirche Sankt Pauli. Eigentlich sollte das Paulinum schon 2009 zum 600. Gründungsjubiläum der Alma mater vollendet sein. Doch das Großprojekt kam immer wieder ins Stocken und sorgte hinsichtlich seiner Innenausstattung für Streit. Der entbrannte über die den Altarraum und die Aula trennende Wand aus Plexiglas ebenso wie über die Verbannung der historischen Kanzel aus dem Gebäude. Derzeit hat sie ihr Interimsquartier im Musikinstrumentenmuseum.

Die vom Freistaat Sachsen als Bauherren zu zahlenden Kosten uferten auf rund 117 Millionen Euro aus und verdoppelten sich damit. Letzter Knackpunkt vor der Vollendung waren die leuchtenden Glassäulen in der Kathedrale. Nach Angaben des Finanzministeriums konnte dieses Problem durch eine deutsche Spezialfirma gelöst werden. In den letzten Monaten waren sie installiert und erfolgreich getestet worden. „Sie können sich sehen lassen“, sagte Ministeriumssprecher Stephan Gößl. Nach LVZ-Informationen soll auch van Eggerat mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein.

In den letzten Jahren bekam das Bauwerk Zug um Zug sein Inventar. Installiert und auf die Raumakustik abgestimmt wurde die von der Dresdner Firma Jehmlich gefertigte große Orgel, der Pauliner-Altar erhielt ebenso wie viele kostbare Epitaphien seinen Platz in dem für Gottesdienste geschaffenen Paulinum-Bereich. Während drinnen noch weiter gewerkelt wird, hat Finanzminister Georg Unland schon Einladungen zu einer „Bauabschlussfeier“ am 23. August verschicken lassen. Ausweislich des Programmes gibt es dabei für geladene Gäste eine ökumenische Andacht und Ansprachen von Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Bundesbildungsministerin Johanna Wanka sowie Unland (alle CDU). Rektorin Beate Schücking steht nicht auf der Rednerliste. Anschließend wird das Werk eingehend inspiziert. Zwei Stunden soll die Zeremonie dauern. Gedacht sei sie als Danksagung an alle am Bau Beteiligten, erklärte Gößl. Auch van Eggerat gehört zu den Geladenen, noch ist unklar, ob er kommt.

Danach bleibt das Paulinum zunächst weiter in der Hoheit des Freistaates, wann intern die Nutzungsübergabe an die Alma mater erfolgt steht noch nicht fest – möglicherweise im September. In der Folge muss die Ausstattung bis zur Eröffnung vervollkommnet werden. Unter anderem ist die Bestuhlung für die künftig als Konzert-, Fest- und Konferenzsaal vorgesehene Aula zu komplettieren. Um die rund 700 Sitzgelegenheiten zu beschaffen, läuft seit längerem die Aktion „Stuhlpatenschaften“. Der Obolus für eine solche Patenschaft beträgt 500 Euro.

 
01.06.17

Die Magdeburger Volksstimme berichtet über Erklärung des VZK

 
31.05.17

Magdeburger Erklärung des Verbundes Zerstörte Kirchen

„Magdeburger Erklärung“ des Verbundes Zerstörte Kirchen zur Entscheidung des Magdeburger Stadtrats gegen eine Rekonstruktion des Portals der Ulrichskirche auf dem Ulrichsplatz


Mit großem Unverständnis haben wir den knappen Mehrheitsentscheid des Magdeburger Stadtrats gegen die Wiedererrichtung des Originalportals der Ulrichskirche an seinem ursprünglichen Standort zur Kenntnis genommen. Wir – eine Arbeitsgemeinschaft der Fördervereine und -gesellschaften, die mit Gedenk- und Wiederaufbauprojekten an zu Zeiten der DDR zerstörte Kirchen erinnern wollen – bedauern zutiefst diesen verhängnisvollen Bruch mit über 1000 Jahren ehrwürdiger Magdeburger Geschichte!

Unsere Verbundpartner setzen sich seit Jahren mit großem Engagement dafür ein, durch ideologische Willkür zerstörte Stadtbilder auch mit der Wiedererrichtung hierbei vernichteter Kirchen, die ganz oder noch teilweise erhalten waren, nachhaltig und identitätsstiftend zu „heilen“. So wird in Dresden mit der wieder aufgebauten Busmannkapelle an die von den SED-Machthabern 1964 endgültig zerstörte Sophienkirche erinnert, entsteht in Leipzig die 1968 gesprengte, bis dahin vollkommen erhaltene Universitätskirche in moderner Formensprache oder in Potsdam die ehemalige Garnisonkirche gar in ihrer äußerlich originalen Kubatur wieder. Andere Partnerprojekte haben besondere und vielfältige Formen des Gedenkens und Erinnerns entwickelt. All diese Vorhaben waren von teils heftigen Auseinandersetzungen begleitet, letztendlich aber konnten auch mitunter schmerzliche Kompromisse zu gedeihlichen Ergebnissen verhelfen. Diese Fähigkeit zum Kompromiss vermissen wir mit den nun in Magdeburg geschaffenen Tatsachen außerordentlich! Im auch für diese Stadt so bedeutenden Reformationsjahr wurde eine sowohl stadthistorische als auch kirchengeschichtliche Chance ohne Not vertan! Was nach dem Entwurf unseres Verbundpartners Kuratorium Ulrichskirche auf dem Platz hätte entstehen sollen, wäre, wie die Animation zeigt, im Platzgefüge eine architektonische und topographische "Winzigkeit",die sich dort allerdings wundervoll gemacht hätte. Schon bald wäre daraus für Magdeburg ein weiterer touristischen Anziehungspunkt geworden – das ist sicher! Die nun getroffene Entscheidung gegen das Projekt unserer Magdeburger Freunde zeugt von geschichtsvergessener Borniertheit der für den Ablehnungsentscheid Verantwortlichen. Mit der Vernichtung der im Zweiten Weltkrieg noch halbwegs intakten Ulrichskirche haben sich 1956 die damaligen Machthaber ins Unrecht gesetzt. Das ist offensichtlich und nicht interpretierbar! Hierfür – wie in der Stadtratssitzung geschehen – „korrekte“ städtebauliche Erwägungen ins Feld zu führen, mit der die SED die entstehende Fläche in Wirklichkeit für ihre Zwecke tauglich machen wollte, lässt 60 Jahre später eine damals undemokratisch getroffene Entscheidung nachträglich sakrosankt werden. Das ist unerträglich!

Es bleibt also wie so oft ein äußerst klammes Gefühl zurück: Recht bekommen heißt nicht unbedingt Recht haben!

Da jedoch auch die „Hoffnung erst zuletzt stirbt“, sei den für Magdeburg Verantwortlichen dringend ans Herz gelegt, in naher Zukunft einen neuen Anlauf für den Ulrichsplatz zu nehmen und an die einst auf ihm gestandene Kirche in würdiger Form zu erinnern. Magdeburg hätte es verdient!

Der Sprecher Rainer Manertz,  Seminarschulrat a.D.

 
23.05.17

Wie soll Magdeburg zur Kulturhauptstadt 2025 werden? Wir haben die Antworten darauf!

Die Magdeburger Volksstimme berichtet von der Sitzung des Stadtrats zum Thema Kulturhauptstadtbewerbung 2025 (Auszug):

 

Wir haben Antworten, die das Vakuum füllen können. Ob Portalrekonstruktion, Fundamentfreilegung, Begehbarmachung unterirdischer Räume oder mehr ... im folgenden stellen wir den im Artikel gestellten Anforderungen für die Kulturhauptstadt 2025 unsere Antworten gegenüber:

Jede andere Stadt würde nun mit diesen Pfründen wuchern. Schade, dass die Initiative für die Kulturhauptstadtbewerbung 2025 von DER LINKEN ausging, denn dann hat 1000 Jahre Magdeburger Stadtgeschichte in Form von St. Ulrich und Levin leider erneut keine Chance.

 
15.05.17

Kein Platz für Altstadtromantik in Magdeburg

Die Magdeburger Volksstimme berichtet:

 
13.05.17

Vereinsausflug nach Wittenberg


Astrid Manz fasst zusammen: "Petrus meinte es wirklich gut mit uns, als sich 13 Mitglieder unseres Vereins am 13. Mai zu einem Ausflug nach Wittenberg aufmachten. Mit dem Regionalexpress fuhren wir bequem in die Lutherstadt zu unserem Hauptziel, dem Panorama LUTHER 1517 von Yadegar Asisi. Schon der kurze Spaziergang vom Wittenberger Hauptbahnhof zum Panorama zeigte, mit wie viel Aufwand sich die alterwürdige Stadt für ihre Gäste herausgeputzt hat. Das Panorama schließlich war ein wirklich beeindruckendes Erlebnis: Es ist eine große Komposition aus Motiven, Farben, Stimmungen, Geräuschen und Licht, mit der das Künstlerteam das mittelalterliche Wittenberg und Lutherszenen darstellt. Man könnte Stunden darin verbringen und würde immer wieder neue kleine Details entdecken. Beim Mittagessen in der Trattoria Toskana kam unsere Reisegruppe gut ins Gespräch und wir waren alle mit den leckeren Speisen und Getränken sehr zufrieden. Nach dem Mittagessen machten wir noch einen Abstecher in die Stadtkirche Sankt Marien mit dem herrlichen Cranach-Altar. Das geplante Konzert des Chor des Concordia College und Orchester aus den USA in der Schlosskirche konnte leider nicht alle von uns erleben, zu groß war der Andrang zu diesem kostenlosen Angebot der Reihe "Musik um Drei". Nach einer gemütlichen Zugfahrt waren wir gegen 18 Uhr wieder zu Hause. Wittenberg ist ein wirklich lohnendes Ziel!"

 
11.05.17

Übergabe der Magdeburger Centurien an die Otto-von-Guericke Stiftung

Im Rahmen der Zustiftung des "Guericke-Zentrums" durch die Stadt Magdeburg an die Otto-von-Guericke-Stiftung, wurden die beiden Exemplare der Magdeburger Centurien aus dem 16. Jahrhundert, die unser Kuratorium im Jahr 2015 erworben hatte, als Dauerleihgabe an den Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes der Otto-von-Guericke Stiftung Dr. Manfred Tröger übergeben. Beide Exemplare werden in den kommenden Wochen in einer extra dafür beschafften beleuchteten Vitrine der Öffentlichkeit vorgestellt. Jörg Schenke, 2. stellv. Vorsitzender des Kuratoriums Ulrichskirche e.V., betonte in seiner Rede, dass es dem Kuratorium Ulrichskirche eine Herzensangelegenheit war, diese beiden wertvollen Stücke zu erwerben, zu sichern und sie den Magdeburger Bürgern sowie der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Übergabe fand im Beisein des sichtlich angenehm überraschten Oberbürgermeisters Dr. Lutz Trümper, des Wirtschaftsbeigeordneten Dr. Rainer Nitsche und des Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport Prof. Dr. Matthias Puhle statt. Unter den strengen Blicken von Schatzmeisterin Beate Bautz wurde von den Anwesenden reichlich von dem Angebot Gebrauch gemacht, beide Exemplare selbst einmal in die Hand zu nehmen.

 
09.05.17

Leserbrief in der Magdeburger Volksstimme

 
06.05.17

Visionen einer neuen Altstadt

Die Magdeburger Volksstimme berichtet:

 
05.04.17

61. Jahrestag der Sprengung der Ulrichskirche

Am 5. April 1956 wurde um 9 Uhr morgens die Ulrichskirche aus ideologischen Gründen gesprengt. Sie stand den SED-Oberen und ihren Plänen vom Neubau einer sozialistischen Stadt im Wege. Sieben weitere Gotteshäuser und etliche Profanbauten erlitten das gleiche Schicksal. Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und danach in der Deutschen Demokratischen Republik überdauerten innerhalb der "Altstadt" nur wenige historische Gebäude. Einer der schmerzlichsten Verluste ist das Verschwinden der Ulrichskirche. Als bedeutende Reformationskirche, die der Stadt den Namen Unseres Herrgotts Kanzlei gab, hätte ihrer im 500. Reformationsjahr eigentlich würdig gedacht werden müssen. Eine kleine Erinnerungsarchitektur des Portals hatte das Kuratorium Ulrichskirche e.V. hierzu vorgeschlagen. Diese wurde durch eine rot-rote Stadtratsmehrheit von SPD und LINKE am 23.2.2017 abgelehnt.

 
04.04.17

Ruf für immer verloren! Leserbrief in der Magdeburger Volksstimme

 
03.04.17

Die Magdeburger Volksstimme berichtet

 
01.04.17

10. Mitgliederversammlung des Kuratoriums Ulrichskirche e.V.

 
25.03.17

Magdeburg Kompakt analysiert die Ablehnung des Ulrichskirchenportals durch eine rot-rote Stadtratsmehrheit

Die Märzausgabe von Magdeburg Kompakt erfreut das Ulrichskirchenherz mit Analysen und Kommentaren, wie wir es in der bekannten Tageszeitung der Stadt nur noch selten zu lesen bekommen: Pro-Analysen und Pro-Kommentare zur Wiedererrichtung des Ulrichskirchenportals. Wir danken den geschichtsbewussten und heimatstadtliebenden Autoren! Schön, dass es in der alten Kaiser- und Domstadt heutzutage auch noch eine solche Berichterstattung gibt.





 
25.03.17

Kommentar aus Magdeburg Kompakt


 
14.03.17

IG Innenstadt: Portal der Ulrichskirche wurde im kommunalpolitischen Hickhack und im provinziellen Kleinklein aufgerieben

Die Magdeburger Volksstimme berichtet:

 
11.03.17

14-17 Uhr, Workshop zur Identität der Magdeburger

Die Magdeburger Volksstimme kündigt an:

Workshop zur Identität der Magdeburger

Altstadt (kt) l Magdeburg will Kulturhauptstadt Europas 2025 werden. Im Vorfeld der Bewerbung sind die Magdeburger aufgerufen, sich am Prozess zu beteiligen. Die nächste Gelegenheit bietet ein Workshop am Sonnabend, 11. März, im Kulturhistorischen Museum. Zwischen 14 und 17 Uhr haben Magdeburger die Gelegenheit, über Fragen zur Identität der Stadt und ihrer Bürger ins Gespräch zu kommen. Ausgehend von den bisherigen Ergebnissen des Kulturbeirats „Identität und historisches Erbe“ sind alle interessierten Bürger eingeladen, über ihre Wahrnehmung der Stadt nachzudenken und sich darüber auszutauschen. Dazu werden moderierte Gesprächskreise angeboten. Da sich Identität oft mit bestimmten Orten und Dingen verbindet, sind die Gäste aufgerufen, einen ganz persönlichen Magdeburg-Gegenstand mitzubringen.

Zum Workshop lädt der Kulturbeirat „Identität und historisches Erbe“ ein. Er ist einer von fünf Beiräten, die geschaffen wurden, um zusätzlich zur Arbeit des Organisationsbüros Kulturhauptstadt 2025 verschiedene Themen inhaltlich zu erörtern. Diese Themenfelder orientieren sich an den EU-Kriterien für eine erfolgreiche Bewerbung. Gemäß den Kriterien ist es unter anderem wichtig herauszuarbeiten, inwieweit und wodurch die Geschichte und Kultur der Stadt mit der Geschichte und der Kultur Europas verbunden ist. Die Erkenntnisse werden in die noch zu formulierenden Visionen für die Landeshauptstadt für das Jahr 2025 und darüber hinaus einfließen.

 
10.03.17

Leserbriefdebatte in der Magdeburger Volksstimme

Ein Leserbrief, der das Portal der Ulrichskirche am Rande mit behandelt:

 
09.03.17

Leserbriefdebatte in der Magdeburger Volksstimme

und weitere Leserbriefe aus der Magdeburger Volksstimme:

 
08.03.17

Leserbriefdebatte in der Magdeburger Volksstimme

 
07.03.17

Es geht auch anders! Ein positives Beispiel aus Nordhausen

Unser Mitglied Joachim Barone berichtet: "Vor kurzem habe ich in Nordhausen ein positives Beispiel der Sichtbarmachung von Fundamenten einer in der DDR aus ideologischen Gründen abgerissenen Kirche gesehen – die ehemalige Kirche St. Jacobi in Nordhausen. Dort befinden sich Fundamentfreilegungen sowie eine erläuternde Tafel, die gute Informationen enthält. Durch die Bombardierung Nordhausens war das Umfeld der St. Jakobi-Kirche mit am stärksten betroffen. Das Innere des Gotteshauses war vollständig ausgebrannt. Nachdem in den 1950er Jahren die Mauerreste der Kirche aus „Sicherheitsgründen“ abgerissen worden waren und die Rautenstraße einen neuen Trassenverlauf erhielt, erfolgte am 27. September 1959 um 8 Uhr die Sprengung des Kirchturmes der ehemaligen St. Jakobi-Kirche (vgl. Zeitung „Das Volk“ vom 25. September 1959). Dies sei angeblich für einen gerade an dieser Stelle zu bauenden Parkplatz erfolgt. Der Parkplatz entstand aber südlich davon und über dem Fundament lag eine öffentliche Grünfläche. Im Stadtbebauungsplan von 1952 hieß es dagegen noch: „Die erhaltenen historischen Gebäude werden im Stadtbild erhalten, besonders das alte Rathaus, der Dom und die St. Blasiikirche. Von der St. Jakobi-Kirche und der St. Petri-Kirche sind nur die Türme erhalten, die gestalterisch in die neue Bebauung einbezogen werden“. Im Jahr 2000 begann die Nordhäuser Diakonie-Stiftung „Maria im Elende“ gGmbH den Bau des Altenpflegeheims St. Jacob. Im Vorfeld dieser Baumaßnahme führte das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie von März bis Oktober 1999 eine archäologische Ausgrabung durch. Nachdem das Pflaster des Parkplatzes und der Bauschutt entfernt waren, begannen die Ausgräber mit der Freilegung der Grundmauern des ehemaligen Kirchturmes."

 

Die Informationen sind u.a. folgenden lohnenden Links entnommen:

http://www.karstwanderweg.de/kirchen/nordhausen/jakobi/index.htm
https://de.wikipedia.org/wiki/St._Jacobi_(Nordhausen)
http://www.lesser-stiftung.de/aktivitaeten/nordhausen/ruine-st-jacobi/

 
01.03.17

Leserbriefdebatte in der Magdeburger Volksstimme

 
01.03.17

Schlechte Verlierer, gute Gewinner?

Die Magdeburger Volksstimme wertet:



Kommentar: Katja Tessnow, Lokalredakteurin der Magdeburger Volksstimme behauptet, wir seien schlechte Verlierer: wutschnaubend, verbittert, uneinsichtig, ungnädig und kompromisslos. Die zwei roten Stadträte, die mit ihrer Rhetorik dicht am Ulbrichtschen Unrechtsstaat argumentierten, sind dann vermutlich die guten Gewinner? Verlierer sind dann aber auch die Magdeburger Bürgerinnen und Bürger, die sich eine - auch von uns angeregte - Bürgerbefragung zu einer kleinen Erinnerungsarchitektur auf dem Ulrichplatz von einer rot-roten Ratsmehrheit verbieten ließen. Also dann doch lieber keine Kleinstarchitektur im Stile von Katharinenportal oder Sterntor auf dem Ulrichplatz, kein Blick in ein Fenster eintausendjähriger Geschichte im Zentrum der Stadt, keine Erinnerung an Otto von Guerickes Tauf- und Hochzeitskirche, keine Erinnerung an die europaweit bekannte Herrgotts Kanzlei, keine Erinnerung an die tapfere bekennende Kirche im Dritten Reich? Viele Mitstreiter in unseren Reihen gehören übrigens auch keiner Religion an und wollen unter dem Kirchenportal auch keine sonntäglichen Messen feiern. Ist die Zeit professioneller journalistischer Fremdbeobachtung mit Pro- und Kontrakommentar, die Zeit objektiver Berichterstattung a la Karl-Heinz Kaiser nun vorbei? Das wäre sehr schade. Wir möchten nämlich gern auch in Zukunft Leserbriefe an die Lokalredaktion schreiben, ohne Angst haben zu müssen, dass man uns ehrenamtlich in unserer Freizeit für Magdeburgs Identität kämpfenden Bürger dann sofort mit Attributen wie wutschnaubend, verbittert, uneinsichtig, ungnädig und kompromisslos bezeichnet. Wir sind es nämlich nicht. 

 
28.02.17

Leserbriefdebatte in der Magdeburger Volksstimme

 
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