Ulrichskirche
 

 
 

Die Magdeburger Volksstimme berichtet - Bibliothek statt Basilika

(Zeitungsausschnitt)

Kommentar: Das einzig denkbare Bauwerk auf dem Ulrichplatz ist die Ulrichskirche. Daher beschloß der Magdeburger Stadtrat am 24. Juni 2010, das auf ihm befindliche Grundstück der Ulrichskirche für einen Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen. Gegen diesen Stadtratsbeschluss richtete sich damals ein Bürgerbegehren mit folgendem Bürgerentscheid, der im März 2011 den Wiederaufbau mehrheitlich ablehnte. In der Kürze der Zeit gelang es unserem Förderverein damals nicht, die Wählerinnen und Wähler mehrheitlich von den Vorteilen eines Wiederaufbaus (Stadtbaustruktur, Tourismus, etc.) mit 75% Grünflächenerhalt zu überzeugen. Das Ergebnis des Bürgerentscheids war rechtlich ein Jahr gültig bis zum März 2012. Seither ist wieder alles offen. Als einer der Hauptgründe für die Ablehnung eines Wiederaufbaus galt damals die Grünflächenreduktion des Ulrichplatzes um 25 Prozent. Geradezu absurd erscheint uns daher nun die Idee dreier Privatpersonen, mithilfe finanzkräftiger auswärtiger Investoren fast die gesamte Grünfläche mit einem BKZ (Bildungs- und Kulturzentrum) bebauen zu wollen. Als Kompensation für die dann verschwundene Grünfläche sollen begrünte Fassaden dienen. Im Zeitungsartikel der Magdeburger Volksstimme vom 5. Februar 2026 heißt es von den Protagonisten zu ihrem Gebäudevorschlag: "Wir schirmen den Ulrichplatz vom Verkehr ab und machen ihn kühler." Welcher Ulrichplatz bliebe denn nach der Bebauung desselben mit einem BKZ noch übrig, der vom Verkehr abgeschirmt werden soll? Im Zeitungsartikel heißt es weiter: "Die Kontur der alten Ulrichskirche könnte als Fassade integriert werden, inklusive der historischen Turmuhr. Nostalgie ja – aber bitte funktional." Eine stilisierte Nordwand und ein Turmfragment hätten zweifellos keinen hohen Wiedererkennungswert für die berühmte Doppelturmkirche. Funktional wäre sicherlich die unter dem Gebäude vorgeschlagene zweistöckige Tiefgarage. Die wertvolle ottonische Unterkirche mit ihren Fundamenten und Grüften würde durch diese unterkellerte Stahlbetonkonstruktion verschwinden, wie bereits die Oberkirche am 5. April 1956 durch Sprengung aus den Augen der Magdeburgerinnen und Magdeburger verschwand. Unser Förderverein lehnt diesen Vorschlag zweier Architekten und eines Bauingenieurs daher kategorisch ab.