Die Ulrichskirche und die Magdeburger Bauprojekte

Die Magdeburger Innenstadt verändert sich im Moment nachhaltig. Viele Bauprojekte stehen in Beziehung zur Wiedererrichtung der Magdeburger Ulrichskirche. Beschlossene Sache sind bereits der Bau eines Innenstadttunnels (westlich der Ulrichskirche) und die Strombrückenverlängerung (östlich der Ulrichskirche). Offen ist noch das Schicksal des Plattenbaus "Blauer Bock" (nördlich der Ulrichskirche).  Wir möchten daher kurz dazu Stellung nehmen, wie die Bauprojekte mit der Wiederrichtung der Magdeburger Ulrichskirche interagieren.

Der Tunnel. Der Tunnelbau in der Magdeburger Innenstadt zwischen Damaschkeplatz und Otto-von-Guericke-Straße wurde kontrovers diskutiert und schließlich nach zwei Anläufen im Stadtrat beschlossen. Damit wird der Autoverkehr unter die Erde verlegt, die Straßenbahnen und Fahrradfahrer fahren dann allein überirdisch. Mit der beschlossenen kurzen Tunnelvariante, die den Autofahrer vor der Kreuzung Otto-von-Guericke-Straße und Ernst-Reuter-Allee wieder an die Oberfläche kommen lässt, ergibt sich eine neue Situation des Stadteingangs. Aufgrund der Sichtachsen erscheinen dann die Doppeltürme der Ulrichskirche am Ende der Tunnelröhre und begrüßen die Autofahrer. Die Ulrichskirche wird damit zum Entrée in die Innenstadt, zur unverwechselbaren Visitenkarte. Ohne Ulrichskirche würden die Autofahrer in die Leere schauen. Die folgenden beiden Fotomontagen visualisieren dies:

Ausfahrt aus der Tunnelröhre im Jahre 2017 mit Blick auf die Türme der Ulrichskirche

Das Entrée der Stadt Magdeburg: Die Türme der Ulrichskirche bei der Tunnelausfahrt

Der Blaue Bock. Der das Innenstadtbild prägende Plattenbau, welcher im Volksmund aufgrund seiner Farbe und Gestalt auch "Blauer Bock" genannt wird, steht in unmittelbarer Nachbarschaft der wiederzuerrichtenden Ulrichskirche. Ein möglicher Abriss des Gebäudes, welches der PIRELLI-Gruppe gehört, wurde letztes Jahr intensiv diskutiert. Da sich bis dato jedoch kein Investor gefunden hat, der das Areal nach dem Abriss neu bebauen würde, wurde dieser trotz vorhandener Finanz- und Fördermittel nicht durchgeführt. Eine Neubauung ist somit zunächst in weite Ferne gerückt. Dieser Neubau wird in direkter städtebaulicher Beziehung mit der Ulrichskirche stehen und sollte daher diese und die vorhandene Nordbebauung der Ernst-Reuter-Allee aus den 1950er Jahren berücksichtigen. Das ursprünglich an der Stelle des "Blauen Bockes" geplante neoklassizistische Gebäude, auch Block F genannt, wurde Ende der 1950er Jahre wegen Geldmangels und Bauideologiewechsels vom Heimatstil zum Plattenbau nicht mehr realisiert.

 Der Plattenbau namens "Blauer Bock" prägt das Stadtbild Magdeburgs

 Der ursprünglich geplante neoklassizistische Bau am Standort des "Blauen Bocks"

Die Strombrückenverlängerung. Die Landeshauptstadt wird bis 2015 eine zweite leistungsfähige Elbüberquerung bekommen.Voraussichtlich schon in zwei Jahren soll dazu eine neue Brücke in Verlängerung der in den 1960er Jahren eröffneten Strombrücke gebaut werden. Sie wird die Zoll- und die Alte Elbe parallel zu zwei mehr als 100 Jahre alten Gewölbebrücken überqueren. Das für Magdeburgs Verkehrsinfrastruktur wichtige Brückenbauwerk wird nach derzeitigen Schätzungen zirka 33 Millionen Euro kosten. Die höhere und weiter südlich verlaufende Brücke wird die Silhouette der Stadt Magdeburg von Osten her stärker erlebbar machen. Die Autofahrer werden die Türme der Ulrichskirche direkt vor sich haben. Aus städtbaulicher Sicht entsteht hier eine Sichtachse, die die Ulrichskirchtürme direkt ins Visir nimmt.

Der neue Brückenverlauf ist höher und liegt südlicher und ermöglicht einen Silhouettenblick

Mit der Strombrückenverlängerung wird der Blick auf die Ulrichstürme schon früh ermöglicht

 
 
 
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Zitat des Monats

Ich war noch Kind, als ich an der Hand meiner Großmutter in der Menge der Leute stand, die mit Tränen in den Augen Abschied nahmen von Ihrer Kirche. "Warum weinen die Leute?", fragte ich. "Weil die Kirche morgen weg ist", flüsterte meine Oma unter Tränen. Da war mir auch zum Weinen.
(Hella Hollerbuhl, Magdeburg am 22.10.16)

 
 
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